{"id":990,"date":"2025-10-27T21:18:10","date_gmt":"2025-10-27T21:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/nora.buek.ch\/?page_id=990"},"modified":"2026-08-10T17:58:41","modified_gmt":"2026-08-10T17:58:41","slug":"reisebericht-spanien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/nora.buek.ch\/index.php\/reisebericht-spanien\/","title":{"rendered":"Reisebericht Via de la Plata"},"content":{"rendered":"<h1>V\u00eda de la Plata vom Samstag 2.9.23 bis Freitag 15.9.23<\/h1>\n<h2>Intro<\/h2>\n<p>In diesem Reisebericht geht es nicht um unsere Beeintr\u00e4chtigungen, Schmerzen und alles was uns schwerfiel. Es d\u00fcrfen keine R\u00fcckschl\u00fcsse \u00fcber unsere k\u00f6rperlichen Beschwerden gezogen werden. Es geht nur darum, die sch\u00f6nen Momente festzuhalten und anderen eventuell mit Tipps weiterzuhelfen, oder sie auf die sch\u00f6ne Natur, die historische Bedeutung und deren Denkm\u00e4ler der Via de la Plata aufmerksam zu machen.<\/p>\n<h2>1. Tag, Samstag, 2.9.23<\/h2>\n<p>Unser Abenteuer hat begonnen. Wir reisen mit dem Zug nach Spanien, da ich nach unserem Verkehrsunfall versuche, die Strasse zu meiden. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Bereits am Bahnhof in Sargans buchten wir den Zug um, damit wir nachher in Z\u00fcrich mehr Zeit hatten den Anschluss nach Basel zu erwischen. Wir hatten uns ein Interrail Ticket gekauft, dies ist g\u00fcnstig und sehr variabel. Unseres war f\u00fcr 4 Tage gebucht und f\u00fcr einen Monat g\u00fcltig. Da es nicht wesentlich teurer war, buchten wir 1. Klasse. Vier Tage ben\u00f6tigten wir f\u00fcr die Hin- und R\u00fcckreise nach Spanien mit je einer \u00dcbernachtung. Nur die Reservationen musste man selbst vornehmen und dies war etwas kompliziert und das Ticket war nur auf dem Handy einsehbar und vorweisbar. Ein Handy ist also ein Muss. Mein Mann war noch ein bisschen ver\u00e4rgert, wegen einem \u00e4lteren Herrn, der im Zug unbedingt seine N\u00e4gel feilen musste. Das kratzende Ger\u00e4usch hat wirklich genervt. In Z\u00fcrich Hauptbahnhof trafen wir p\u00fcnktlich ein und gingen zum Abfahrtsperron. Nein nicht schon wieder, der Zug nach Deutschland, den wir bis Basel nehmen wollten, hatte Versp\u00e4tung wegen einem T\u00fcrproblem. Also schnell suchen, welcher Zug auch nach Basel f\u00e4hrt und auf dem Handy die Weiterfahrt umbuchen und aktivieren. Das f\u00e4ngt ja gut an, dachte ich mir. Die Fahrt von Basel nach Mulhouse ist dann aber gut verlaufen. In der ersten Klasse zu reisen, ist vom Platz her schon sehr angenehm. Wir leisteten uns einen Kaffee und ein Guetzli in der Bar des TGV von Mulhouse mit Ziel Montpellier Sud de France. Zu Fuss ging es dann vom TGV Bahnhof zum Hotel, ungef\u00e4hr eine halbe Stunde Marschzeit hatten wir gerechnet. Wir hatten beide zwei einzeln Betten, dies war glaub ich, das erste Mal seit Jahrzehnten. Nach dem Zimmerbezug gab es noch einen Abstecher zum Carrefour, wo wir unseren Trinkvorrat auff\u00fcllten und der Mc Donald&#8217;s war auch in der N\u00e4he, wo wir uns mit einem Mc Flurry f\u00fcr die lange Zugfahrt belohnten. Ein Glas Bier als Absacker und Morgen geht die Fahrt weiter Richtung Spanien.<\/p>\n<h2>2. Tag, Sonntag, 3.9.23<\/h2>\n<p>Der Weg vom Hotel zum TGV Bahnhof, Sud de France war schneller absolviert wie am Vortag. Die letzten hundert Meter waren ein Spiessrutenlauf, da der Weg als Hundeklo ben\u00fctzt wird, obwohl es eigentlich ein System wie den Robydog bei uns gibt. Es war auch nicht so heiss am Morgen. Das Hotel war ok und Elmi hat sehr gut geschlafen. Zum ersten Mal seit Jahren assen wir Fr\u00fchst\u00fcck. Wir hatten bei der Planung der Reise beschlossen, dass wir das Fr\u00fchst\u00fcck zu uns nehmen, da wir die Energie f\u00fcr die Fahrt mit dem Bike ben\u00f6tigen. Es war trotzdem eigenartig zusammen das Fr\u00fchst\u00fcck einzunehmen anstelle des Teilfastens wie wir es normalerweise praktizieren. Der Bahnhof Montpellier Gare de Sud ist bestens organisiert und befindet sich, wie die meisten Hochgeschwindigkeitsbahnh\u00f6fe, ausserhalb der Stadt. Unheimlich schnell ging es durch das Tunnel von Frankreich nach Spanien. Wir erinnerten uns an die alten Zeiten, wo man in Frankreich ausstieg und durch den Zoll zu Fuss ging, um anschliessend in Spanien den Zug mit der schmaleren Spurbreite zu nehmen. Dies war vor den Kriegen so beschlossen worden, damit ein Invasion mit Hilfe der Bahnlinie verunm\u00f6glicht wurde. Wir assen im Restaurant noch etwas Kleines. Die Umgebung flitzte nur so an uns vorbei und schon hiess es Umsteigen in Barcelona. Da wir es nicht besser wussten, gingen wir aus dem Transferbereich. Es war ein Riesenschock, die abertausenden von Menschen an diesem Bahnhof in Barcelona Sants. Die Menschenmenge \u00fcbertaf jene am Flughafen Z\u00fcrich. Dann hiess es wieder durch die Gep\u00e4ck- und Personenkontrolle und immer wieder Tickets und Reservationen vorzeigen. Ich bin nicht so geschickt und schnell seit dem Unfall, deshalb war dies alles etwas m\u00fchsam. Wir schworen uns, den Transitbereich, wenn m\u00f6glich, in Madrid Atocha nicht zu verlassen. Da gibt es vielleicht noch mehr Leute. Der AVE, den wir zum ersten Mal zum Reisen benutzten, fliegt durch Spanien! Was f\u00fcr eine Reise in der 1. Klasse, Ledersitze, ein Spielfilm l\u00e4uft und viel Beinfreiheit. Bevor wir in Madrid Atocha ankamen, gab es an allen Handys einen Alarm, nat\u00fcrlich auch auf unseren. Der Zug wurde langsamer, der Himmel war schwarz und es hiess es gebe Unwetterwarnungen f\u00fcr den S\u00fcden. In Madrid Atocha angekommen, wurde es dann sehr m\u00fchsam. Die Z\u00fcge fuhren nicht und wir standen mindestens 2 1\/2 Stunden an, um die Auskunft zu erhalten, dass kein Zug mehr fahren w\u00fcrde, wegen den \u00dcberschwemmungen. Eventuell Morgen w\u00fcrden die Z\u00fcge wieder fahren, aber dies war auch noch ungewiss. Ich erkundigte mich noch, um welche Zeit die Schalter ge\u00f6ffnet h\u00e4tten und kontaktierten den TCS. Leider konnten wir die Reiseagentur nicht erreichen, es war Sonntag und das Hotel antwortete auch nicht. Der TCS hat uns schon zwei- oder dreimal geholfen, wenn irgendetwas passierte. Zusammen mit dem TCS beschlossen wir ein Hotel zu suchen, um am n\u00e4chsten Tag weiterzureisen. \u00dcber booking.com fanden wir ein Hotel nicht weit von Madrid Atocha entfernt und nicht so teuer. Um 23.00 Uhr fielen wir m\u00fcde und entt\u00e4uscht ins Bett. Wir k\u00f6nnen unsere Reise Morgen Montag nicht planm\u00e4ssig beginnen, war unser Gedanke vor dem Einschlafen.<\/p>\n<h2>3. Tag, Montag, 4.9.23<\/h2>\n<p>Ja eigentlich m\u00fcssten wir jetzt auf unseren E-Bike&#8217;s sitzen und aus Sevilla im S\u00fcden unsere E-Bike Tour beginnen. Weit gefehlt. Morgens um 06.00 Uhr l\u00e4utet der Wecker bzw. unser Handy, damit wir aufstehen, im Hotel auschecken und m\u00f6glichst schnell zum Bahnhof Madrid Atocha gehen. Elmi meinte, es sei besser gleich auszuchecken, dann h\u00e4tten wir unser Gep\u00e4ck dabei. Dies war die richtige Entscheidung. Im Bahnhof im Bereich der Renfe angekommen, ist die Warteschlange gl\u00fccklicherweise noch nicht so lang. Also wieder anstehen und herausfinden, wann der erste Zug in Richtung Sevilla f\u00e4hrt. Die St\u00fcrme und die daraus resultierenden \u00dcberschwemmungen waren heftig. Wir stehen wieder an und erhalten zum Schluss einen Stempel und k\u00f6nnten unsere Fahrkosten r\u00fcckverg\u00fcten lassen. Nur das n\u00fctzt uns nichts mit dem Interrail. Wir m\u00fcssen versuchen m\u00f6glichst schnell nach Sevilla zu kommen. Niemand weiss bei der Renfe Bescheid, wann die Z\u00fcge wieder verkehren und wir denken uns, entweder wir kehren in die Schweiz zur\u00fcck, oder wir kommen irgendwie nach Sevilla. In einem Restaurant innerhalb des Bahnhofgeb\u00e4udes beginnen wir die M\u00f6glichkeiten abzuchecken. Ein Bus w\u00fcrde am Abend fahren, wir buchen 2 Pl\u00e4tze. Dann haben wir Kontakt mit unserer Reiseagentur. Die uns sagen, dass die einzige M\u00f6glichkeit best\u00fcnde, wenn wir einen Flug nach Sevilla buchen und den Camino mit der 2. Etappe beginnen. Wir versuchen einen Flug f\u00fcr uns zu buchen. Es gibt noch 3 Pl\u00e4tze. Das Gl\u00fcck ist uns hold und wir buchen 2 Pl\u00e4tze Business Class. Was anderes gibt es nicht, ausser wir fliegen nach Barcelona und von dort nach Sevilla und sind den ganzen Tag unterwegs. Also buchen wir 2 Pl\u00e4tze mit dem Express\u00a0 nach Sevilla.\u00a0Ich checke am Handy und Elmi geht zweimal Kaffee und Orangensaft holen und Gipfeli. Nur ruhig bleiben, wir haben Kreditkarten und mein Handy mit dem ich auch im Ausland buchen und telefonieren kann. Der Deepl \u00dcbersetzer hilft mit Spanisch und alles wird gut. Wir annullieren mit Verlust die zwei Buspl\u00e4tze und werden also fliegen, was wir eigentlich vermeiden wollten. Die Reiseagentur bucht uns gegen einen Aufpreis einen Chauffeur mit Kleinbus, der uns dann am Flughafen abholen wird, uns zum Hotel in Sevilla f\u00e4hrt, wo wir die Bike&#8217;s abholen werden, die seit gestern Abend auf uns warten und dann weiterf\u00e4hrt mit Bike&#8217;s und uns zum 1. Etappenhotel fast 70km entfernt von Sevilla. Wir sind froh, eine L\u00f6sung gefunden zu haben. Die restliche Zeit erkunden wir den Bahnhof Atocha, da wir auf der R\u00fcckfahrt noch einmal hierher zur\u00fcckkommen werden. Wo fahren die Regionalz\u00fcge ein und wo fahren die AVE Z\u00fcge weg. Wir essen noch etwas zu Mittag und ich sage zu Elmi. Wir gehen fr\u00fcher zum Flughafen, damit auch alles klappt. Das Billet zum Flughafen muss an einem Automaten gel\u00f6st werden und eine Dame hilft uns, weil wir noch kein Renfe Billet haben und dies ben\u00f6tigt wird, um ein Ticket zu l\u00f6sen. Wir besteigen den Zug Richtung Flughafen. Pl\u00f6tzlich h\u00e4lt der Zug an, es regnet aus allen K\u00fcbeln.\u00a0Hoffentlich k\u00f6nnen wir fliegen, weil am Vortag auch der Flugverkehr durch die Unwetter gest\u00f6rt wurde. Pl\u00f6tzlich h\u00e4lt der Zug. Alle aussteigen, zur\u00fcck zum letzten Bahnhof Chammartin. Niemand weiss wieso, wir bleiben noch etwa eine halbe Stunde stehen, dann ist klar, da kommt kein Zug mehr. Der nette Herr, der dachte, dass ein Zug kommen m\u00fcsse, nimmt ein Taxi. Er ist versp\u00e4tet. Wir fahren zur\u00fcck zum Bahnhof Chammartin. M\u00fcde und verzweifelt. Aber es kommt ein Zug und auf einer anderen Strecke geht es zum Flughafen. Nochmals etwas Kkleines essen, denn es ist schon Abend.\u00a0Wir checken ein, gehen durch die Passkontrolle, obwohl ich besorgt war, weil ich noch Platten im K\u00f6rper habe und keinen Ausweis daf\u00fcr dabei.\u00a0 Aber es geht alles gut. Im Duty Free Shop kaufen wir noch einige S\u00fcssigkeiten. Wir vertreiben uns die Zeit an einer Bar und schauen dem netten Spanier zu, wie er sch\u00f6ne Teller mit Schinken herrichtet. Mit einer Stunde Versp\u00e4tung, und nach einem Gespr\u00e4ch mit einem netten \u00e4lteren Herrn aus Amerika, der aber urspr\u00fcnglich aus China kommt und der ebenfalls Business fliegt und die Schweiz kennt, fliegen wir versp\u00e4tet ab. Am Flughafen Sevilla erwartet uns Alfonso, ein ganz netter junger Mann. Wir waren zusammen schon in Sevilla von daher sind wir nicht tiefbetr\u00fcbt die Stadt nicht noch einmal besichtigen zu k\u00f6nnen. Sevilla ist immer eine Reise wert, vielleicht haben wir wieder einmal die Gelegenheit sie zu besuchen. Dann geht es mit einem Kleinbus los: Fahrt zum Hotel, wie froh bin ich zum z-gten Mal, dass mein Mann ein so guter &#171;Mechaniker&#187; ist. Vorderr\u00e4der abmontieren, sonst passen die nicht in den Kleinbus. Weiter geht es aus der Stadt und rund 70km in die Pampa. Um 24.00 Uhr ruft Alfonso den Chef der Herberge in Almad\u00e9n de la Plata an. Wir sind am ersten Etappenort angekommen. Er zeigt uns das Zimmer, gibt uns eine Flasche k\u00fchles Wasser. Wir laden zur Sicherheit unsere E-Bike&#8217;s im Zimmer auf, schauen die Ortlieb-Taschen an und fallen todm\u00fcde ins Bett. Was f\u00fcr ein Tag!<\/p>\n<h2>4. Tag, Dienstag, 5.9.23<\/h2>\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck, fragen wir unseren Vermieter, ob er uns noch einen Stempel in unser Credencial (Ausweis f\u00fcr Pilger) gibt. Wir packen die Sachen vom Koffer in die beiden Ortlieb Seitentaschen und das &#171;Beauty-Case&#187; wie ich es nenne, das am Lenker befestigt wird. Nur keine schweren Sachen in das Beauty-Case, denn sonst wird es schwierig mit dem Man\u00f6vrieren. Die schweren Sachen geh\u00f6ren unten in die Packs\u00e4cke. Die Koffer d\u00fcrfen wir im Zimmer belassen und werden dann von unserer Reiseagentur nach Salamanca transportiert. Wir nehmen uns nicht viel Zeit, um die Handhabung des E-Bike&#8217;s kennen zu lernen. Es gibt 4 Stufen Eco plus, Eco, Sto und High und 10 Balken, die die geladene Energie der Bike&#8217;s anzeigen. Die eigentlich 2. Etappe ist nur 34km, aber ich k\u00e4mpfe mit dem Schlafmanko. Nach 6 Stunden mussten wir aufstehen, um das Fr\u00fchst\u00fcck einzunehmen. Es wird von nun an immer etwa \u00e4hnlich sein, einen Kaffee con leche, ein St\u00fcck Brot mit Butter und Konfit\u00fcre und ein Orangensaft (frisch gepresst), einfach herrlich. Wer schon einmal im S\u00fcden von Spanien war, kennt diese frisch gepressten S\u00e4fte und das Brot, das mit Oliven\u00f6l und Tomaten bestrichen wird. Wir kaufen noch Proviant ein, etwas Brot, Fleisch, Fr\u00fcchte, K\u00e4se und nat\u00fcrlich Wasser, das wir jeweils in unsere Bag&#8217;s umf\u00fcllen. Wir sind gut ausger\u00fcstet. Das Brot werden wir auch in Zukunft versuchen in einer B\u00e4ckerei zu kaufen und die kleinen L\u00e4den erinnern uns, vor allem nat\u00fcrlich Elmi, an fr\u00fcher. Unscheinbar sind sie, klein, aber das Sortiment ist gross und meistens h\u00e4ngen Plastikstreifen an der T\u00fcre. Gute alte Zeit. Wir sind ausserdem froh, dass Elmi sein Garmin mitgenommen hat, wo alle Etappen aufgezeichnet sind. Ich dachte, wir bekommen die GPS Daten, aber dem war nicht so.\u00a0Ausserdem hat mein Velo nur Klickpedalen, was eigentlich f\u00fcr Elmi passt, aber von mir nicht gew\u00fcnscht war.\u00a0So nun aber in die Pedale und unseren Camino beginnen. Die Gegend ist sehr sch\u00f6n, \u00fcberall sehen wir die schwarzen Schweine und die Eichelb\u00e4ume, es gibt auch Ziegen und Pferde. Ich denke, die Schweine haben ein friedliches Leben bevor sie als Schinken auf die Teller gelangen.\u00a0Auf einer Burg mit sch\u00f6ner Aussicht essen wir zu Mittag.\u00a0Meine Kondition l\u00e4sst noch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig und musste schon einmal vom Fahrad absteigen und zu Fuss gehen. Elmi ist den steilen Hang hinaufgefahren.\u00a0\u00a0 Ich bin ansonsten zufrieden wieder \u00fcberhaupt auf einem Bike zu sitzen und treten zu k\u00f6nnen.\u00a0Um zirka 15.00 Uhr treffen wir in der 2. Unterkunft ein. Dann wird die Velogarnitur im Lavabo gewaschen, geduscht und wir machen uns auf den Weg zum Veloh\u00e4ndler, um normale Pedalen zu kaufen. 15 Euro kosten diese. Dies habe ich mit der Agentur so abgemacht. Sie wollten die Pedalen auch r\u00fcckverg\u00fcten, aber wegen 15 Euro, lohnt sich der Aufwand nicht.\u00a0Ein kleiner Ausflug per Rad, um das &#171;Monesterio&#187; zu finden, wir entdecken es nicht. Es hiess im Reisef\u00fchrer es sei \u00fcberwachsen. Nicht so schlimm. Die Bike&#8217;s muss Elmi in den ersten Stock tragen, da sie nicht in den Lift passen. Das war der einzige Nachteil in diesem Hotel. Wir gehen auf einen Apero runter auf die Terasse. Am Abend essen wir im Hotel. Ab 20.00 Uhr w\u00e4re der Saal ge\u00f6ffnet, aber um 20.30 Uhr sind wir die ersten G\u00e4ste. Es gibt Suppe, Llomo de cerdo o ternera Fritten und Pilz. Elmi isst noch einen Dessert und wir bezahlen 23.00 Euro f\u00fcr alles. Wir sind sprachlos. Die Leute verdienen nichts. Wie gl\u00fccklich d\u00fcrfen wir uns sch\u00e4tzen. Erst um 22.00 Uhr treffen die G\u00e4ste ein, ganze Familien mit Grosseltern und wir gehen zu Bett.\u00a0Die erste Etappe per Velo verpasst, daf\u00fcr waren das Hotel und die Bike&#8217;s bereit.<\/p>\n<h2>5. Tag, Mittwoch, 6.9.23<\/h2>\n<p>An diesem Tag fand ich keine Zeit um zu schreiben. Erst einen Tag sp\u00e4ter konnte ich meine Gedanken zusammenfassen. Der Tag begann gut und die Bar war am fr\u00fchen Morgen bereits mit G\u00e4sten gef\u00fcllt, die Kaffee tranken, oder wie wir etwas zum Fr\u00fchst\u00fcck assen. Den ganzen Tag fuhren wir hinauf und hinunter. Nat\u00fcrlich war uns bewusst, dass wir zirka 65km zu fahren hatten. Die Region und das Wetter war so unterschiedlich am gleichen Tag.\u00a0In einem typisch spanischen Gemischtwarenladen kauften wir Chorizo, \u00c4pfel, K\u00e4se und etwas zu Trinken und wie immer gab es am Mittag ein Picknick. Die Pfirsiche, die wir hier kauften, waren sehr gross und sehr s\u00fcss, solche k\u00f6nnen wir bei uns zu Hause nicht kaufen. Die Weinbauern waren bei der Ernte und immer wieder riefen sie uns &#171;buen camino&#187; zu. Leider konnten wir nicht verweilen, denn es stand uns doch ein gutes St\u00fcck Weg bevor. Das Mittagessen nahmen wir bei einem Bahn\u00fcbergang ein, weil wir sonst keinen Schatten fanden. Bis Kilometer 40 ging es gut voran, aber dann begannen doch die Schmerzen im Knie, rechte Hand und vor allem mein Hinterteil tat weh. Deshalb sagte ich zu Elmar, dass ich nun eine kurze Pause und einen Kaffee ben\u00f6tige. Wir suchten und fanden eine Bar. Als wir wieder aufbrechen wollten, sprachen uns drei M\u00e4nner an. Was wir hier machen w\u00fcrden und wohin unser Weg ginge, von wo wir k\u00e4men usw. Als wir erkl\u00e4rten, dass wir die Via de la Plata per E-Bike fuhren, da f\u00fcr mich das Gehen keine Option mehr sei. Fanden sie dies interessant und sagten uns, dass wir uns setzen sollen. So erfuhren wir einige Dinge von Ihnen und zuguterletzt teilten sie ihr bereits bestelltes Essen mit uns. Sie sagten auch, hier wird alles geteilt, ausser die Frau! Und so mussten wir von allem probieren und es war sehr gut. Es gab eine Vorspeise, die torta de queso genannt wird, ein runder Schafsk\u00e4se der aussen die Rinde noch dran hat und innen fl\u00fcssig ist. Dazu gibt es kleine Brotst\u00fccke, die man darin taucht. Sehr k\u00f6stlich. Auch die anchovis, das cordon blu und ihre 3 Desserts wurden uns angeboten. Es war eine k\u00f6stliche kulinarische Entdeckung der Region Extramadura. Zuerst bestellten sie uns ein Bier, dann wurde \u00fcber den Wein respektive die Schaumweine sogenannte Cavas aus der Region diskutiert und wir mussten auch diesen probieren. Nur einer der M\u00e4nner, David, fand den franz\u00f6sischen Champagner besser und so wurde zu guter letzt noch ein Moet Chandon bestellt. Man sprach mit H\u00e4nden und F\u00fcssen, spanisch, franz\u00f6sisch und so vergingen 3 Stunden ohne dass wir dies wirklich bemerkt h\u00e4tten. David bezahlte alles und urspr\u00fcnglich war nicht nur sein Name &#171;schweizerisch&#187;. Uns blieben nach der aussergew\u00f6hnlichen Begegnung noch 16.5km Weg und die Erinnerung an drei Stunden Diskussion sowie die Ann\u00e4herung an die K\u00fcche der Region. Nette Begegnung. Formidabel, ausser eben die letzten Kilometer. Zuerst noch in der Hitze des sp\u00e4ten Nachmittags erklommen wir eine kleine Anh\u00f6he, wo es oben angekommen einen k\u00fchlen Wind gab. Aber wo man hinauff\u00e4hrt, muss man irgendwann auch wieder hinunter. Ja und so kam es, dass wir sp\u00e4ter als erwartet und m\u00fcde nach zirka 70km in der Unterkunft ankamen. Unser Ritual mit Kleider waschen begann, um anschliessend noch ein paar L\u00e4ngen im Schwimmbad des Hotels zu ziehen. Das Wasser war unglaublich kalt im Verh\u00e4ltnis zur Luft. Zu Abend assen wir auf der Terrasse des Hotels, aber 2 mal Patatas und 2 mal Revueltas war dann doch zu viel. Der Kellner hatte nachgefragt. Das n\u00e4chste Mal sollte ich auf den Kellner h\u00f6ren! Die Bike&#8217;s konnten wir in einem Saal des Hotels aufladen.<\/p>\n<h2>6. Tag, Donnerstag, 7.9.23<\/h2>\n<p>Fr\u00fchst\u00fcck essen und weiterfahren. Heute nur 46km.\u00a0Eigentlich ging es praktisch immer nur gerade aus durch Olivenhaine und Weinberge.\u00a0Elmi hat mir den Sattel gerichtet. Viel besser! Auch heute wieder Picknick und ein bisschen ausruhen. Es gab einen Zwischenfall, weil eine neue Bahnlinie gebaut wird und diese den Camino unterbricht. Elmi voraus und ja es war ein Plastikschild angebracht, aber wir wussten ja nicht. Also weiter und Elmi drehte sich um, um mir zu sagen, ich solle warten. Deshalb fiel er hin. Wieder aufgestanden und ein Arbeiter kam und Elmar hatte das Gef\u00fchl, dass er ihm winkt. Wir sollen \u00fcber die Geleise. Dann kam der Vorarbeiter und zu guter Letzt haben sie uns geholfen, die Bike&#8217;s auf die andere Seite zu tragen. Ende gut, alles gut und unsere Fahrt ging weiter. Es gab viele verdorrte Sonnenblumenfelder. Auch hier ist der Klimawandel stark zu sehen.\u00a0Das Mittagessen nahmen wir unter B\u00e4umen ein, die wir nach langem Suchen fanden&#8230;&#8230;\u00a0Merida, \u00fcber einen Park und die alte r\u00f6mische Br\u00fccke ging es in die Stadt hinein. Schon am fr\u00fchen Nachmittag bezogen wir das Zimmer. Die Bike&#8217;s, die wir normalerweise im Zimmer aufluden, durften wir in kleinen Innenhof aufladen, \u00fcber die Steckdose unseres Badzimmers und mit Zuhilfenahme des Fensters nach draussen. Unser Zimmer befand sich im Erdgeschoss. Wir wollten uns die Stadt ansehen und der Receptionist gab uns gute Ratschl\u00e4ge. Leider war das Theater und das Amphitheater in Merida geschlossen, weil ein, oder mehrere lokale Politiker Reden hielten. So schade, denn wir wussten am n\u00e4chsten Tag m\u00fcssen wir weiter.\u00a0Aber es gab ja noch den Diana Tempel\u00a0und die arabische Burg Alcazaba. Dies war sehr interessant. Die durch die R\u00f6mer erbaute Anlage und sp\u00e4ter durch die Mauren \u00fcbernommene Burg. Heute noch kann man eine Zisterne besuchen, die gefiltertes Wasser enth\u00e4lt.<\/p>\n<h2>7. Tag, Freitag, 8.9.23<\/h2>\n<p>Heute war ein Feiertag in der Region von Extremadura. Ich wusste schon am Morgen fr\u00fch, dass dieser Tag streng wird. 70km lagen vor uns. Wow!\u00a0Am Aqu\u00e4dukt vorbei ging es aus der Stadt raus. Unterwegs trafen wir Fussg\u00e4nger, obwohl es schon heiss war. Wir kamen zu einem See. Die Leute fischten und badeten. Leider hatten wir keine Zeit, oder besser gesagt, wir wussten, dass wir f\u00fcr die 70km ein paar Stunden brauchen w\u00fcrden und am Morgen schon auszuruhen, war in dieser Situation nicht unbedingt ratsam.\u00a0Also weiter. Dann auf einmal sprach mich ein Spanier an, der zu uns aufgeschlossen hatte. Er war mit einem Specialized und fully unterwegs. Er erz\u00e4hlte er sei aus Barcelona, alleine unterwegs und sei im Moment im Urlaub bevor eine neue Stelle antrete. Er wollte bis Santiago de Compostela. In einem Dorf hielt er an und wir fuhren weiter. Sp\u00e4ter holte er uns dann wieder ein und wir fuhren gemeinsam weiter. Dann ging es auf einmal sehr steil hoch und mit grossen Steinen. Ich hatte M\u00fche, aber weil ich am ersten Tag schon einmal abgestiegen war, wollte ich einfach da rauf. Im kleinsten Gang. Oben angekommen, musste ich mich einen Moment ausruhen. Unser Begleiter fuhr weiter und wir begegneten ihm danach nicht mehr. So ist es auf dem Via, man geht zusammen und dann begegnet man sich wieder, oder auch nicht.<\/p>\n<h2>8. Tag, Samstag 9.9.23<\/h2>\n<p>Diese Nacht hatte Elmi Fieber. Interessanterweise hatte auch ich ein Fieberbl\u00e4schen. Wir f\u00fchrten dies auf die grosse Anstrengung des Vortages zur\u00fcck. Heute steht nur eine Fahrt von zirka einer Stunde an. Gestern hatten wir 73,8kg auf dem &#171;Tacho&#187;. Was f\u00fcr ein harter Tag gestern!! Im alternativ gebuchten Hotel gibt es kein Fr\u00fchst\u00fcck, aber es gibt eine Repsl Tankstelle in dr N\u00e4he. Wir k\u00f6nnen ja dahin f\u00fcr einen Kaffee. Dann sehen wir auf unseren Handy&#8217;s dass es auch eine Bar gibt. Na dann man los zur Bar. Es gab Kaffee und Tostadas mit\u00a0 Tomaten oder Margarine mit Konfit\u00fcre. Ich liebe diese Tomaten. Margarine und Konfit\u00fcre kann ich zu Hause wieder essen. F\u00fcr einmal ausgeschlafen ging es weiter.\u00a0Es war wirklich nur eine Stunde Fahrt bis C\u00e1ceres. Irgendwo dahinten ist C\u00e1ceres. Im Hotel konnten wir, obwohl noch nicht Mittag bereits einchecken. F\u00fcr die Fahrr\u00e4der gab es eine Art Innenhof. So wurden die Bike&#8217;s abwechselnd geladen. Dann ging es gleich auf Erkundung der Stadt.\u00a0Zuerst waren wir essen am Hauptplatz. Die \u00dcbersetzung der Speisekarte gestaltete sich selbst\u00a0mit direkter \u00dcbersetzung schwierig. So assen wir unter anderem &#171;Algen&#187;, die wir nicht so toll fanden.\u00a0Der Rundgang war einmalig und eine Kirche besuchten wir ebenfalls. Selbst auf den Turm bin ich gestiegen, obwohl dies eher schwierig war. Ich trainiere heute schon f\u00fcr die morgige Fahrt. Es sind noch 4 Abschnitte zu fahren. Ab 08.00 Uhr gibt es im Hotel Alfonso IX Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<h2>9. Tag, Sonntag 10.9.23<\/h2>\n<p>Der Weg ist steinig! Zuerst ging es bergan und Elmi war noch nicht warm &#171;gelaufen&#187;. Trotzdem war der erste Teil sehr sch\u00f6n. Und mit wunderbarer Aussicht.\u00a0Im zweiten Teil war der Weg eine Katastrophe. Zwar mehr oder weniger geradeaus, aber kleine Wellen im Boden. Ich dachte, dass ich eine Hirnersch\u00fctterung bekomme. Was f\u00fcr eine m\u00fchsame Angelegenheit. Der dritte Teil eine weitere Katastrophe. Davor roch es gut nach Weihrauch, obwohl ich es in der Kirche nie mochte, aber in der freien Natur ist dies anders. Schade, wir haben nicht viel Zeit, um uns D\u00f6rfer anzusehen.\u00a0Der letzte Teil beinhaltete eine 11% Steigung, das heisst gerade den H\u00fcgel hinauf. Es h\u00e4tte eine Alternative gegeben, aber ich sagte probieren wir es. Dies war ein grosser Fehler. Hier hat es mich das erste Mal geworfen. Grosse Steine und ein gewaltiger Anstieg und so verlor ich die Beherrschung \u00fcber mein Fahrrad und schon lag ich auf der Seite. Auch Elmis Hinterrad drehte weiter oben leer durch. Tja, aber schlussendlich sind wir praktisch heil oben angekommen. Ausser ein paar blauen Flecken und einer kleinen Sch\u00fcrfung am Ellbogen. Dann kam ein kleines Waldst\u00fcck, dort ist uns ein Fussg\u00e4nger begegnet. Es war ein Italiener, der zu einem Kloster wollte. Aber er hatte keine Karte und er hinkte schon sehr stark. Noch 25km wollte er bew\u00e4ltigen. Elmi sprach l\u00e4ngere Zeit mit ihm und erkl\u00e4rte ihm den Weg zu seinem Ziel. Ich denke es war ein Bruder aus einem Kloste, der den Camino, oder einen Teil des Caminos zu Fuss besucht. Aber er war wirklich nicht, oder nicht mehr gut zu Fuss. Elmi zeigt ihm den Weg auf dem Handy und er machte ein Foto, dass er wenigstens ungef\u00e4hr wusste wohin. Viele machen den Camino alleine. Ich sagte zu Elmar, dass jeder von uns auf seinem Fahrrad sitzt und ich, oder besser gesagt, wir nicht viel sprechen w\u00e4hrend dem Fahren. Ich muss mich auf den Weg konzentrieren. Auf diesem Weg gibt es nur die Variante Stein.\u00a0Zur Mittagszeit waren wir in einer relativ kargen Gegend und deshalb assen wir unsere Brote unter dieser Br\u00fccke, die etwas Schatten versprach. Ich fragte mich immer wieder, was diese Tiere essen.\u00a0Die Unterkunft war super. Cesar hat uns herzlich empfangen und mit uns die n\u00e4chsten beiden Routen besprochen. Sehr sch\u00f6ne Unterkunft und 3 Spanier waren vor uns bereits angekommen und luden bereits ihre Fahrr\u00e4der, sie hatten bereits geduscht. Wir durften sogar aus zwei Zimmern ausw\u00e4hlen. Das Fr\u00fchst\u00fcck war Selbstbedienung, aber es war alles vorhanden. F\u00fcr einmal wuschen wir unsere Sachen in der Waschmaschine. Am Abend gingen wir Hamburger mit Friten essen. Es gab nur dies, oder Sandwich, das hatten wir aber schon am Mittag gegessen.<\/p>\n<h2>10. Tag, Montag 11.9.23<\/h2>\n<p>Die drei Spanier, wir denken es sind Katalanen, sind am Morgen fr\u00fcher los wie wir. Der Morgen wurde mit Aufstieg und Abstieg gef\u00fcllt. Es war gr\u00fcner als davor, aber die Weite blieb. Pl\u00f6tzlich waren die Spanier wieder hinter uns. Ein bisschen sp\u00e4ter sind sie dann anders abgebogen wie wir. Das heisst Elmi fuhr &#171;zu weit&#187; und ich habe auf ihn gewartet bis er wieder zur\u00fcck kam. Da waren die drei aber nicht mehr zu sehen. Bald darauf kamen wir zu einer Stadt mit einer bestehenden alten Stadtmauer. Leider hatten wir hier auch wieder keine Zeit, um auf der Mauer zu spazieren. Dies w\u00e4re m\u00f6glich gewesen. In dem St\u00e4dtchen kauften wir das Essen ein und trafen wieder auf einen Peligrino, den wir zuvor \u00fcberholt hatten. Er war zu Fuss unterwegs und richtig fit. Der H\u00f6hepunkt war dann die B\u00e4ckerei, die wir besuchten, um Brot zu kaufen. Wir g\u00f6nnten uns einen s\u00fcssen Gipfel und einen Orangensaft. Einfach herrlich, obwohl wir bereits in der Unterkunft gefr\u00fchst\u00fcckt hatten. Es war bei Cesar ja Selbstbedienung inklusive Abwaschen. Daf\u00fcr hatten wir die Kleider in der Waschmaschine gewaschen, was auch nicht schlecht war. Was f\u00fcr ein Luxus.\u00a0Es gab dann die Berge linker Hand von uns und den Wald.\u00a0 Gegen halb zwei Uhr befanden wir uns auf einer Ebene, wo wir unter B\u00e4umen picknickten. Ich dachte immer jetzt sind wir ganz oben und es geht wieder hinunter. Weit gefehlt. Es ging irgendwie unendlich geradeaus und ein bisschen rauf und runter. Erst nach langer Zeit ging es wieder hinunter. Bei den r\u00f6mischen Ausgrabungen und dem Tor begegneten wir den Spaniern. Sie waren auf der Suche nach Strom f\u00fcr ein Bike und wir fuhren weiter. Bei einem schwierigen \u00dcbergang mit Wasser, K\u00fchen im Wasser trafen wir wieder zusammen. Ich habe diesen \u00dcbergang zu Fuss \u00fcberquert. Als Elmi den Bach \u00fcberquerte ist eine Kuh raus aus dem Wasser und im Galopp davon. So etwas hatten wir noch nicht gesehen. Da trafen die Spanier wieder auf uns. Eine k\u00fcrzere Strecke sind wir dann zusammen gefahren und haben miteinander gesprochen. Sie assen immer zu Mittag und wir nahmen immer unser Picknick ein. Im selben Restaurant in dem sie assen, tranken wir Limonade und cortado (Kaffee mit Milch). Wir fuhren weiter.\u00a0Dies war der h\u00e4rteste Abschnitt f\u00fcr mich an diesem Tag \u00fcber die Via Verde. Eine Eisenbahnlinie, die Geleise wurden entfernt und nun dient dieser Weg den Velofahrern und Fussg\u00e4ngern. Das gibt es so auch in Frankreich. Der einzige Nachteil ist, dass die Strecke schnurgerade ist und das macht mich sehr m\u00fcde. F\u00fcr die Strapazen auf der Via Verde wurden mir mit dem Hotel belohnt, dass fantastisch war. Elmi musste noch die Klimaanlage reparieren und dann ging es ab in den Pool. Das Hotel erinnerte mich ein bisschen an eine Ranch. Vom Personal wurden wir umsorgt, da wir fast die einzigen G\u00e4ste waren. Wir tranken nach dem Schwimmen ein Bier, bekamen auch noch Oliven dazu und sassen im Schatten vor dem Eingang. Eingeh\u00fcllt in unsere Badet\u00fccher. Was f\u00fcr friedliche Momente. F\u00fcr das Abendessen haben wir uns im Hotel angemeldet. Als einzige G\u00e4ste. Es war einfach nur toll. Morgen wollen wir dann auf der Via Verde weiter, weil der Weg dort weniger stark ansteigt und wie wir feststellen werden im Schatten liegt. Der echte Camino w\u00e4re auf der Sonnenseite und h\u00e4tte vor allem mir wieder viel abverlangt.<\/p>\n<h2>11. Tag, Dienstag 12.9.23<\/h2>\n<p>Lukas, ein Kollege von uns hat Geburtstag. Wir haben ihm gleich gratuliert per What&#8217;s App. Hingegen habe ich den Geburtstag von meinem j\u00fcngeren Bruder total vergessen. Das passiert, wenn man so mit der Ruta besch\u00e4ftigt ist. Muss mich echt daf\u00fcr entschuldigen. Am Morgen gab es erst um 08.30 Uhr Fr\u00fchst\u00fcck. Es war ein Buffet und tip top. Wir fuhren auf der Via Verde weiter. Es stieg kontinuierlich an und trotzdem war es irgendwie streng. Es gab mehrere Tunnels zu durchqueren und um ein Dorf fuhr man rechts vorbei in ein Tunnel und dann war man auf der hinteren Seite des Dorfes.\u00a0Oben angekommen h\u00f6rte der Via Verde auf und wir assen zu Mittag. \u00dcber zwei Mauern musste ich klettern, damit wir eine geeignete Stelle fanden. Wir gingen zur\u00fcck auf die Strasse.\u00a0So fuhren wir immer weiter bis wir in einem Dorf den Spaniern wieder begegneten.\u00a0Um 15.35 Uhr ging es weiter.\u00a0Besser gesagt, sah ich ihre Bike&#8217;s vor dem Restaurant und sie assen relativ sp\u00e4t noch zu Mittag. Den Kaffee haben sie uns bezahlt. Irgendwann kamen wir auf unsere n\u00e4chste \u00dcbernachtung zu sprechen und es stellte sich heraus, dass wir im selben Casa Rural reserviert hatten. Die letzte Strecke fuhren wir gemeinsam. Wir hatten Gl\u00fcck, nach unserer Ankunft gab es ein Gewitter. Um 19.30 haben wir uns f\u00fcr das Nachtessen verabredet. Dies nahmen wir im Cafe &#171;Jos\u00e9&#187; oder so ein. Ich weiss nicht mehr so richtig wie es hiess. Auf jeden Fall, wussten sie das das Pilgeressen g\u00fcnstig und gut ist. Zu sp\u00e4t haben wir Begleiter gefunden, die uns betreffend dem Esssen h\u00e4tten beraten k\u00f6nnen. Das Casa Rural war ganz einfach und ein russisches Ehepaar war ebenfalls dort einquartiert. Er hatte schon ganz offene F\u00fcsse und tat mir wirklich leid. Nun bleibt uns nur noch die Fahrt nach Salamanca. Wir werden schon ein bisschen wehm\u00fctig.<\/p>\n<h2>12. Tag, Mittwoch 13.9.23<\/h2>\n<p>Wir sind heil in Salamanca angekommen. Zwar mit blauen Flecken und einem Hintern der schmerzt vom vielen &#171;Sattelsitzen&#187;, aber sehr gl\u00fccklich. Leider sind wir den drei Spaniern nicht mehr begegnet.\u00a0Aber alles der Reihe nach. Am Morgen fr\u00fch gab es in einer nahe gelegenen Bar Fr\u00fchst\u00fcck. Erst ab 8.00 Uhr und\u00a0deshalb mussten wir noch ein paar Minuten vor der Bar warten bis die Chefin kam und die Bar aufmachte. Zusammen\u00a0assen wir das Fr\u00fchst\u00fcck und wir sind zur\u00fcck ins Casa Rural. Vemos en el camino. Aber dem war leider nichts so. Wir\u00a0zogen zum ersten Mal die dicken Jacken an, denn es war k\u00fchl und neblig. Sehr viel Feuchtigkeit lag \u00fcber der Landschaft.\u00a0Es ging bergab und wir \u00fcberholten das russische Ehepaar, das in derselben Herberge \u00fcbernachtet hatte.\u00a0Leider musste ich bald einmal einen Platten im Vorderrad feststellen. Also Schlauch wechseln, gl\u00fccklicherweise hatten wir je zwei mitbekommen. Elmi ist wirklich gut im Schlauchwechseln. Er hatte das in unseren Veloferien in Frankreich x-mal ge\u00fcbt. Sicher war eine Pflanze, oder ein Dorn daf\u00fcr verantwortlich. Weiter gings. Den Umweg \u00fcber den Pico de Due\u00f1o wollte ich nicht machen. Wenn sie im F\u00fchrer schreiben &#171;schieben&#187;, hatte ich gelernt ist es f\u00fcr Biker nicht machbar! Elmi war nicht ganz gl\u00fccklich \u00fcber das Auslassen des Pico.\u00a0Es gab eigentlich nicht viel zu sehen auf dem Weg. Deshalb hielten wir nur einmal an, um zu essen. Eine Frucht, viel mehr hatten wir nicht.\u00a0Vor Salamanca stellte ich erneut einen Platten im Vorderrad fest. Wir entschlossen uns zu pumpen und zu schauen, ob ich bis zum Hotel komme.\u00a0Es ging. Die R\u00e4der mussten ja eh vom Verleih \u00fcberholt werden, da die Strecke sie recht mitgenommen hatte. Welch ein Gl\u00fcck, unsere Koffer waren\u00a0im Hotel angekommen und erwarteten uns bereits im Zimmer. Zuerst brachten wir aber die R\u00e4der in den Keller. Dann ging es ans Umpacken\u00a0in unsere Koffer. Das Hotel wird sich um die Abgabe der R\u00e4der k\u00fcmmern. Dann nat\u00fcrlich eine herrliche Dusche.\u00a0Dann aber los in die Stadt Salamanca. Unser Hotel befand sich am Anfang der Stadt. Wir besuchten\u00a0zuerst die Kathedrale bzw. den Turm. An diesem Tag war es gratis. Es gibt einen alten und einen\u00a0neuen Teil. Die Kathedrale ist sehr eindr\u00fccklich und die Aussicht ebenfalls. Dann gings zum\u00a0Plaza de Espa\u00f1a. Da am Abend ein Konzert stattfand, war eine B\u00fchne aufgebaut. Ein wirklich\u00a0sch\u00f6ner Platz und riesig. Wir hoffen beide, das es klappt mit der Heimreise. Ich bin m\u00fcde, aber\u00a0sehr dankbar, dass ich Elmi an meiner Seite habe. Wir besuchten ein Pub das &#171;The holy cross&#187;\u00a0und vor uns steht ein k\u00fchles Bier. Es gibt sehr viele Einheimische und es wird wie immer in den\u00a0Markthalle Salamanca by night\u00a0Restaurants viel durcheinander gesprochen. Was f\u00fcr ein Abenteuer war der Camino. Er fehlt mir\u00a0jetzt schon und auch das Aufstehen am Morgen, das Beladen der R\u00e4der mit den Ortlieb Taschen\u00a0und dem Beauty Case von Ortlieb. Die ersten Umdrehungen der Pedalen und nicht zu wissen, was\u00a0f\u00fcr wundervolle, einsame, schwierige und m\u00fchsame Wege der Tag uns abverlangt.\u00a0Zu erw\u00e4hnen beibt noch die letzte Unterkunft vor Salamanca. Das Bett im Casa Rural war eine Katastrophe. Zwar ein Doppelbett, aber so weich, das wir beide uns zusammengepfercht in der Mitte der Matratze die ganze Nacht durch &#171;begegneten&#187;. Wieder raus an den Rand und schon beim Hinlegen kullerte man in die Mitte.<\/p>\n<h2>13. Tag, Donnerstag 14.9.23<\/h2>\n<p>Wow, unser letzter Ferientag. Morgen sollten wir wieder zu Hause sein. Gestern nach der Ankunft in Salamanca ging es noch in die Stadt. Um 05.00 Uhr morgens sind wir aufgestanden und durften im Hotel Morgenessen. Um 05.55 Uhr kam unser bestelltes Taxi und brachte uns zum Bahnhof. Der Zug fuhr p\u00fcnktlich los und brachte uns bis Madrid Chamartin. Dort hiess es umsteigen f\u00fcr die Fahrt nach Madrid Atocha. Das Billet mussten wir an einem Apparat l\u00f6sen, aber da war sofort jemand zur Stelle, der uns half. Den Bahnhof Chamartin kannten wir schon von der Fahrt zum Flughafen. Es ging nun also Richtung Atocha. Auch an Atocha hatten wir unsere schlechten Erinnerungen, wegen dem Unwetter. Dieses Mal ging alles gut, ausser die mehrfache Kontrolle von Billet und Gep\u00e4ck. Die Beamten, ob Mann oder Frau, waren einfach nicht nett. Die Fahrten in den Hochgeschwindigkeitsz\u00fcgen vergeht sehr schnell. Es l\u00e4uft ein Film, es gibt W-Lan und man kann in der Bar etwas trinken gehen. Im Coche Cafeteria nahmen wir einen Kaffee zu uns und ich ass einen Muffin, Elmi ein Croissant. Pequeno sagt Elmar. In Girona hatten wir 1 1\/2 Stunden Aufenthalt. Dies war um die Mittagszeit. Wir fanden nicht weit entfernt ein Restaurant mit Einheimischen und assen judias, patatas y jamon und escalope de ternera con patatas fritas. Es war gut. Mit einem Flan und einem Kaffee schlossen wir das Mittagessen ab.\u00a0Zur\u00fcck am Bahnhof, wieder einchecken! Wir lieben es! Die Fahrt von Girona nach N\u00eemes war ohne Zwischenf\u00e4lle. Nach dem Studio Bezug gings Richtung Stadt. Das Hotel lag nur einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt. Wir kannten N\u00eemes bereits von unserem Aufenthalt im Fr\u00fchling. Jetzt war aber bedeutend mehr los. Es gab auch St\u00e4nde, wo wir 6 Churos mit Zucker kauften. Auf einer Mauer im Freien sitzend, assen wir diese anschliessend. In der Altstadt genehmigten wir uns je 3 Pastis. Die Bar war an einem idylischen Ort gelegen und wir tranken die Pastis nicht schnell. Es war sehr gem\u00fctlich. Anschliessend ging es zur\u00fcck zum Studio im Hotel.<\/p>\n<h2>14. Tag, Freitag 15.9.23<\/h2>\n<p>Wir konnten ausschlafen. Das Fr\u00fchst\u00fccksbuffet war lecker. Unsere Koffer durften wir im Hotel bis zu unserer Abfahrt deponieren. Leichten Fusses ging es Richtung Altstadt von N\u00eemes. Die Kathedrale, die im Fr\u00fchling wegen Renovationsarbeiten geschlossen hatte, war nun zug\u00e4nglich. &#171;Notre Dame et Saint-Castor&#187;.\u00a0Wir besuchten noch einmal die Hallen mit all den Verkaufsst\u00e4nden. Was f\u00fcr Geschm\u00e4cker und Auslagen, etwas f\u00fcr die Nase und etwas f\u00fcr die Augen. Leider passten nur 2 Chorizos ins Gep\u00e4ck. Der K\u00e4se und die Fr\u00fcchte waren fast unwiderstehlich. Die Erde ist ein grosser Schatz und wir w\u00fcrdigen alles zu wenig. Wie schade!\u00a0Bald gibt es Mittagessen. Wir suchten ein italienisches Restaurant auf. In N\u00eemes war die Ferias. Im Gegensatz zu den Spaniern, werden die Stiere beim Kampf nicht get\u00f6tet. Ich kann mich weder f\u00fcr das eine, noch das andere erw\u00e4rmen. Ich sehe die K\u00fche und Stiere lieber in der freien Natur.\u00a0So und dann zur\u00fcck zum Hotel, um unser Gep\u00e4ck abzuholen. Spanien gef\u00e4llt mir sehr gut und Frankreich\u00a0\u00a0\u00a0 auch immer noch. Einzig ich werde \u00e4lter und der Unfall hat mich nicht nur k\u00f6rperlich ver\u00e4ndert. Diese Reise war unglaublich anstrengend und sch\u00f6n. Ich hoffe, es bleiben mir die sch\u00f6nen Erinnerungen noch lange erhalten. Die R\u00fcckreise mit TGV, SNCF und SBB ist ohne Zwischenf\u00e4lle verlaufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>V\u00eda de la Plata vom Samstag 2.9.23 bis Freitag 15.9.23 Intro In diesem Reisebericht geht es nicht um unsere Beeintr\u00e4chtigungen, Schmerzen und alles was uns schwerfiel. Es d\u00fcrfen keine R\u00fcckschl\u00fcsse \u00fcber unsere k\u00f6rperlichen Beschwerden gezogen werden. Es geht nur darum, die sch\u00f6nen Momente festzuhalten und anderen eventuell mit Tipps weiterzuhelfen, oder sie auf die sch\u00f6ne Natur, die historische Bedeutung und deren Denkm\u00e4ler der Via de la Plata aufmerksam zu machen. 1. Tag, Samstag, 2.9.23 Unser Abenteuer hat begonnen. Wir reisen mit dem Zug nach Spanien, da ich nach unserem Verkehrsunfall versuche, die Strasse zu meiden. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Bereits am Bahnhof in Sargans buchten wir den Zug um, damit wir nachher in Z\u00fcrich mehr Zeit hatten den Anschluss nach Basel zu erwischen. Wir hatten uns ein Interrail Ticket gekauft, dies ist g\u00fcnstig und sehr variabel. Unseres war f\u00fcr 4 Tage gebucht und f\u00fcr einen Monat g\u00fcltig. Da es nicht wesentlich teurer war, buchten wir 1. Klasse. Vier Tage ben\u00f6tigten wir f\u00fcr die Hin- und R\u00fcckreise nach Spanien mit je einer \u00dcbernachtung. Nur die Reservationen musste man selbst vornehmen und dies war etwas kompliziert und das Ticket war nur auf dem Handy einsehbar und vorweisbar. Ein Handy ist also ein Muss. Mein Mann war noch ein bisschen ver\u00e4rgert, wegen einem \u00e4lteren Herrn, der im Zug unbedingt seine N\u00e4gel feilen musste. Das kratzende Ger\u00e4usch hat wirklich genervt. In Z\u00fcrich Hauptbahnhof trafen wir p\u00fcnktlich ein und gingen zum Abfahrtsperron. Nein nicht schon wieder, der Zug nach Deutschland, den wir bis Basel nehmen wollten, hatte Versp\u00e4tung wegen einem T\u00fcrproblem. Also schnell suchen, welcher Zug auch nach Basel f\u00e4hrt und auf dem Handy die Weiterfahrt umbuchen und aktivieren. Das f\u00e4ngt ja gut an, dachte ich mir. Die Fahrt von Basel nach Mulhouse ist dann aber gut verlaufen. In der ersten Klasse zu reisen, ist vom Platz her schon sehr angenehm. Wir leisteten uns einen Kaffee und ein Guetzli in der Bar des TGV von Mulhouse mit Ziel Montpellier Sud de France. Zu Fuss ging es dann vom TGV Bahnhof zum Hotel, ungef\u00e4hr eine halbe Stunde Marschzeit hatten wir gerechnet. Wir hatten beide zwei einzeln Betten, dies war glaub ich, das erste Mal seit Jahrzehnten. Nach dem Zimmerbezug gab es noch einen Abstecher zum Carrefour, wo wir unseren Trinkvorrat auff\u00fcllten und der Mc Donald&#8217;s war auch in der N\u00e4he, wo wir uns mit einem Mc Flurry f\u00fcr die lange Zugfahrt belohnten. Ein Glas Bier als Absacker und Morgen geht die Fahrt weiter Richtung Spanien. 2. Tag, Sonntag, 3.9.23 Der Weg vom Hotel zum TGV Bahnhof, Sud de France war schneller absolviert wie am Vortag. Die letzten hundert Meter waren ein Spiessrutenlauf, da der Weg als Hundeklo ben\u00fctzt wird, obwohl es eigentlich ein System wie den Robydog bei uns gibt. Es war auch nicht so heiss am Morgen. Das Hotel war ok und Elmi hat sehr gut geschlafen. Zum ersten Mal seit Jahren assen wir Fr\u00fchst\u00fcck. Wir hatten bei der Planung der Reise beschlossen, dass wir das Fr\u00fchst\u00fcck zu uns nehmen, da wir die Energie f\u00fcr die Fahrt mit dem Bike ben\u00f6tigen. Es war trotzdem eigenartig zusammen das Fr\u00fchst\u00fcck einzunehmen anstelle des Teilfastens wie wir es normalerweise praktizieren. Der Bahnhof Montpellier Gare de Sud ist bestens organisiert und befindet sich, wie die meisten Hochgeschwindigkeitsbahnh\u00f6fe, ausserhalb der Stadt. Unheimlich schnell ging es durch das Tunnel von Frankreich nach Spanien. Wir erinnerten uns an die alten Zeiten, wo man in Frankreich ausstieg und durch den Zoll zu Fuss ging, um anschliessend in Spanien den Zug mit der schmaleren Spurbreite zu nehmen. Dies war vor den Kriegen so beschlossen worden, damit ein Invasion mit Hilfe der Bahnlinie verunm\u00f6glicht wurde. Wir assen im Restaurant noch etwas Kleines. Die Umgebung flitzte nur so an uns vorbei und schon hiess es Umsteigen in Barcelona. Da wir es nicht besser wussten, gingen wir aus dem Transferbereich. Es war ein Riesenschock, die abertausenden von Menschen an diesem Bahnhof in Barcelona Sants. Die Menschenmenge \u00fcbertaf jene am Flughafen Z\u00fcrich. Dann hiess es wieder durch die Gep\u00e4ck- und Personenkontrolle und immer wieder Tickets und Reservationen vorzeigen. Ich bin nicht so geschickt und schnell seit dem Unfall, deshalb war dies alles etwas m\u00fchsam. Wir schworen uns, den Transitbereich, wenn m\u00f6glich, in Madrid Atocha nicht zu verlassen. Da gibt es vielleicht noch mehr Leute. Der AVE, den wir zum ersten Mal zum Reisen benutzten, fliegt durch Spanien! Was f\u00fcr eine Reise in der 1. Klasse, Ledersitze, ein Spielfilm l\u00e4uft und viel Beinfreiheit. Bevor wir in Madrid Atocha ankamen, gab es an allen Handys einen Alarm, nat\u00fcrlich auch auf unseren. Der Zug wurde langsamer, der Himmel war schwarz und es hiess es gebe Unwetterwarnungen f\u00fcr den S\u00fcden. In Madrid Atocha angekommen, wurde es dann sehr m\u00fchsam. Die Z\u00fcge fuhren nicht und wir standen mindestens 2 1\/2 Stunden an, um die Auskunft zu erhalten, dass kein Zug mehr fahren w\u00fcrde, wegen den \u00dcberschwemmungen. Eventuell Morgen w\u00fcrden die Z\u00fcge wieder fahren, aber dies war auch noch ungewiss. Ich erkundigte mich noch, um welche Zeit die Schalter ge\u00f6ffnet h\u00e4tten und kontaktierten den TCS. Leider konnten wir die Reiseagentur nicht erreichen, es war Sonntag und das Hotel antwortete auch nicht. Der TCS hat uns schon zwei- oder dreimal geholfen, wenn irgendetwas passierte. Zusammen mit dem TCS beschlossen wir ein Hotel zu suchen, um am n\u00e4chsten Tag weiterzureisen. \u00dcber booking.com fanden wir ein Hotel nicht weit von Madrid Atocha entfernt und nicht so teuer. Um 23.00 Uhr fielen wir m\u00fcde und entt\u00e4uscht ins Bett. Wir k\u00f6nnen unsere Reise Morgen Montag nicht planm\u00e4ssig beginnen, war unser Gedanke vor dem Einschlafen. 3. Tag, Montag, 4.9.23 Ja eigentlich m\u00fcssten wir jetzt auf unseren E-Bike&#8217;s sitzen und aus Sevilla im S\u00fcden unsere E-Bike Tour beginnen. Weit gefehlt. Morgens um 06.00 Uhr l\u00e4utet der Wecker bzw. unser Handy, damit wir aufstehen, im Hotel auschecken und m\u00f6glichst schnell zum Bahnhof Madrid Atocha gehen. Elmi meinte, es sei besser gleich auszuchecken, dann h\u00e4tten wir unser Gep\u00e4ck dabei. Dies war die richtige Entscheidung. Im Bahnhof im Bereich der Renfe angekommen, ist die Warteschlange gl\u00fccklicherweise noch nicht so lang. Also wieder anstehen und herausfinden, wann der erste Zug in Richtung Sevilla f\u00e4hrt. Die St\u00fcrme und die daraus resultierenden \u00dcberschwemmungen waren heftig. Wir stehen wieder an und erhalten zum Schluss einen Stempel und k\u00f6nnten unsere Fahrkosten r\u00fcckverg\u00fcten lassen. Nur das n\u00fctzt uns nichts mit dem Interrail. Wir m\u00fcssen versuchen m\u00f6glichst schnell nach Sevilla zu kommen. Niemand weiss bei der Renfe Bescheid, wann die Z\u00fcge wieder verkehren und wir denken uns, entweder wir kehren in die Schweiz zur\u00fcck, oder wir kommen irgendwie nach Sevilla. In einem Restaurant innerhalb des Bahnhofgeb\u00e4udes beginnen wir die M\u00f6glichkeiten abzuchecken. Ein Bus w\u00fcrde am Abend fahren, wir buchen 2 Pl\u00e4tze. Dann haben wir Kontakt mit unserer Reiseagentur. Die uns sagen, dass die einzige M\u00f6glichkeit best\u00fcnde, wenn wir einen Flug nach Sevilla buchen und den Camino mit der 2. Etappe beginnen. Wir versuchen einen Flug f\u00fcr uns zu buchen. Es gibt noch 3 Pl\u00e4tze. Das Gl\u00fcck ist uns hold und wir buchen 2 Pl\u00e4tze Business Class. Was anderes gibt es nicht, ausser wir fliegen nach Barcelona und von dort nach Sevilla und sind den ganzen Tag unterwegs. Also buchen wir 2 Pl\u00e4tze mit dem Express\u00a0 nach Sevilla.\u00a0Ich checke am Handy und Elmi geht zweimal Kaffee und Orangensaft holen und Gipfeli. Nur ruhig bleiben, wir haben Kreditkarten und mein Handy mit dem ich auch im Ausland buchen und telefonieren kann. Der Deepl \u00dcbersetzer hilft mit Spanisch und alles wird gut. Wir annullieren mit Verlust die zwei Buspl\u00e4tze und werden also fliegen, was wir eigentlich vermeiden wollten. Die Reiseagentur bucht uns gegen einen Aufpreis einen Chauffeur mit Kleinbus, der uns dann am Flughafen abholen wird, uns zum Hotel in Sevilla f\u00e4hrt, wo wir die Bike&#8217;s abholen werden, die seit gestern Abend auf uns warten und dann weiterf\u00e4hrt mit Bike&#8217;s und uns zum 1. Etappenhotel fast 70km entfernt von Sevilla. Wir sind froh, eine L\u00f6sung gefunden zu haben. Die restliche Zeit erkunden wir den Bahnhof Atocha, da wir auf der R\u00fcckfahrt noch einmal hierher zur\u00fcckkommen werden. Wo fahren die Regionalz\u00fcge ein und wo fahren die AVE Z\u00fcge weg. Wir essen noch etwas zu Mittag und ich sage zu Elmi. Wir gehen fr\u00fcher zum Flughafen, damit auch alles klappt. Das Billet zum Flughafen muss an einem Automaten gel\u00f6st werden und eine Dame hilft uns, weil wir noch kein Renfe Billet haben und dies ben\u00f6tigt wird, um ein Ticket zu l\u00f6sen. Wir besteigen den Zug Richtung Flughafen. Pl\u00f6tzlich h\u00e4lt der Zug an, es regnet aus allen K\u00fcbeln.\u00a0Hoffentlich k\u00f6nnen wir fliegen, weil am Vortag auch der Flugverkehr durch die Unwetter gest\u00f6rt wurde. Pl\u00f6tzlich h\u00e4lt der Zug. Alle aussteigen, zur\u00fcck zum letzten Bahnhof Chammartin. Niemand weiss wieso, wir bleiben noch etwa eine halbe Stunde stehen, dann ist klar, da kommt kein Zug mehr. Der nette Herr, der dachte, dass ein Zug kommen m\u00fcsse, nimmt ein Taxi. Er ist versp\u00e4tet. Wir fahren zur\u00fcck zum Bahnhof Chammartin. M\u00fcde und verzweifelt. Aber es kommt ein Zug und auf einer anderen Strecke geht es zum Flughafen. Nochmals etwas Kkleines essen, denn es ist schon Abend.\u00a0Wir checken ein, gehen durch die Passkontrolle, obwohl ich besorgt war, weil ich noch Platten im K\u00f6rper habe und keinen Ausweis daf\u00fcr dabei.\u00a0 Aber es geht alles gut. Im Duty Free Shop kaufen wir noch einige S\u00fcssigkeiten. Wir vertreiben uns die Zeit an einer Bar und schauen dem netten Spanier zu, wie er sch\u00f6ne Teller mit Schinken herrichtet. Mit einer Stunde Versp\u00e4tung, und nach einem Gespr\u00e4ch mit einem netten \u00e4lteren Herrn aus Amerika, der aber urspr\u00fcnglich aus China kommt und der ebenfalls Business fliegt und die Schweiz kennt, fliegen wir versp\u00e4tet ab. Am Flughafen Sevilla erwartet uns Alfonso, ein ganz netter junger Mann. Wir waren zusammen schon in Sevilla von daher sind wir nicht tiefbetr\u00fcbt die Stadt nicht noch einmal besichtigen zu k\u00f6nnen. Sevilla ist immer eine Reise wert, vielleicht haben wir wieder einmal die Gelegenheit sie zu besuchen. Dann geht es mit einem Kleinbus los: Fahrt zum Hotel, wie froh bin ich zum z-gten Mal, dass mein Mann ein so guter &#171;Mechaniker&#187; ist. Vorderr\u00e4der abmontieren, sonst passen die nicht in den Kleinbus. Weiter geht es aus der Stadt und rund 70km in die Pampa. Um 24.00 Uhr ruft Alfonso den Chef der Herberge in Almad\u00e9n de la Plata an. Wir sind am ersten Etappenort angekommen. Er zeigt uns das Zimmer, gibt uns eine Flasche k\u00fchles Wasser. Wir laden zur Sicherheit unsere E-Bike&#8217;s im Zimmer auf, schauen die Ortlieb-Taschen an und fallen todm\u00fcde ins Bett. Was f\u00fcr ein Tag! 4. Tag, Dienstag, 5.9.23 Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck, fragen wir unseren Vermieter, ob er uns noch einen Stempel in unser Credencial (Ausweis f\u00fcr Pilger) gibt. Wir packen die Sachen vom Koffer in die beiden Ortlieb Seitentaschen und das &#171;Beauty-Case&#187; wie ich es nenne, das am Lenker befestigt wird. Nur keine schweren Sachen in das Beauty-Case, denn sonst wird es schwierig mit dem Man\u00f6vrieren. Die schweren Sachen geh\u00f6ren unten in die Packs\u00e4cke. Die Koffer d\u00fcrfen wir im Zimmer belassen und werden dann von unserer Reiseagentur nach Salamanca transportiert. Wir nehmen uns nicht viel Zeit, um die Handhabung des E-Bike&#8217;s kennen zu lernen. Es gibt 4 Stufen Eco plus, Eco, Sto und High und 10 Balken, die die geladene Energie der Bike&#8217;s anzeigen. Die eigentlich 2. Etappe ist nur 34km, aber ich k\u00e4mpfe mit dem Schlafmanko. Nach 6 Stunden mussten wir aufstehen, um das Fr\u00fchst\u00fcck einzunehmen. Es wird von nun an immer etwa \u00e4hnlich sein, einen Kaffee con leche, ein St\u00fcck Brot mit Butter und Konfit\u00fcre und ein Orangensaft (frisch gepresst), einfach herrlich. Wer schon einmal im S\u00fcden von Spanien war, kennt diese frisch gepressten S\u00e4fte und das Brot, das mit Oliven\u00f6l und Tomaten bestrichen wird. Wir kaufen noch Proviant ein, etwas Brot, Fleisch, Fr\u00fcchte, K\u00e4se und nat\u00fcrlich Wasser, das wir jeweils in unsere Bag&#8217;s umf\u00fcllen. Wir sind gut ausger\u00fcstet. Das Brot werden wir auch in Zukunft versuchen in einer B\u00e4ckerei zu kaufen und die kleinen L\u00e4den erinnern uns, vor allem nat\u00fcrlich Elmi, an fr\u00fcher. Unscheinbar sind sie, klein, aber das Sortiment ist gross und meistens h\u00e4ngen Plastikstreifen an der T\u00fcre. Gute alte Zeit. Wir sind ausserdem froh, dass Elmi&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-990","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nora.buek.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nora.buek.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/nora.buek.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nora.buek.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nora.buek.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=990"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/nora.buek.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/990\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1108,"href":"https:\/\/nora.buek.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/990\/revisions\/1108"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nora.buek.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}