Ruta de la Plata, 3. Tag

Montag, 4.9.23

Ja eigentlich müssten wir jetzt auf unseren E-Bike’s sitzen und aus Sevilla im Süden unsere E-Bike Tour beginnen. Weit gefehlt. Morgens um 06.00 Uhr läutet der Wecker bzw. unser Handy, damit wir aufstehen, im Hotel auschecken und möglichst schnell zum Bahnhof Madrid Atocha gehen. Elmi meinte, es sei besser gleich auszuchecken, dann hätten wir unser Gepäck dabei. Dies war die richtige Entscheidung. Im Bahnhof im Bereich der Renfe angekommen, ist die Warteschlange glücklicherweise noch nicht so lang. Also wieder anstehen und herausfinden, wann der erste Zug in Richtung Sevilla fährt. Die Stürme und die daraus resultierenden Überschwemmungen waren heftig. Wir stehen wieder an und erhalten zum Schluss einen Stempel und könnten unsere Fahrkosten rückvergüten lassen. Nur das nützt uns nichts mit dem Interrail. Wir müssen versuchen möglichst schnell nach Sevilla zu kommen. Niemand weiss bei der Renfe Bescheid, wann die Züge wieder verkehren und wir denken uns, entweder wir kehren in die Schweiz zurück, oder wir kommen irgendwie nach Sevilla. In einem Restaurant innerhalb des Bahnhofgebäudes beginnen wir die Möglichkeiten abzuchecken. Ein Bus würde am Abend fahren, wir buchen 2 Plätze. Dann haben wir Kontakt mit unserer Reiseagentur. Die uns sagen, dass die einzige Möglichkeit bestünde, wenn wir einen Flug nach Sevilla buchen und den Camino mit der 2. Etappe beginnen. Wir versuchen einen Flug für uns zu buchen. Es gibt noch 3 Plätze. Das Glück ist uns hold und wir buchen 2 Plätze Business Class. Was anderes gibt es nicht, ausser wir fliegen nach Barcelona und von dort nach Sevilla und sind den ganzen Tag unterwegs. Also buchen wir 2 Plätze mit dem Express  nach Sevilla.

Beim Abchecken unserer Möglichkeiten

 

Ich checke am Handy und Elmi geht zweimal Kaffee und Orangensaft holen und Gipfeli. Nur ruhig bleiben, wir haben Kreditkarten und mein Handy mit dem ich auch im Ausland buchen und telefonieren kann. Der Deepl Übersetzer hilft mit Spanisch und alles wird gut. Wir annullieren mit Verlust die zwei Busplätze und werden also fliegen, was wir eigentlich vermeiden wollten. Die Reiseagentur bucht uns gegen einen Aufpreis einen Chauffeur mit Kleinbus, der uns dann am Flughafen abholen wird, uns zum Hotel in Sevilla fährt, wo wir die Bike’s abholen werden, die seit gestern Abend auf uns warten und dann weiterfährt mit Bike’s und uns zum 1. Etappenhotel fast 70km entfernt von Sevilla. Wir sind froh, eine Lösung gefunden zu haben. Die restliche Zeit erkunden wir den Bahnhof Atocha, da wir auf der Rückfahrt noch einmal hierher zurückkommen werden. Wo fahren die Regionalzüge ein und wo fahren die AVE Züge weg. Wir essen noch etwas zu Mittag und ich sage zu Elmi. Wir gehen früher zum Flughafen, damit auch alles klappt. Das Billet zum Flughafen muss an einem Automaten gelöst werden und eine Dame hilft uns, weil wir noch kein Renfe Billet haben und dies benötigt wird, um ein Ticket zu lösen. Wir besteigen den Zug Richtung Flughafen. Plötzlich hält der Zug an, es regnet aus allen Kübeln.

 

 

 

Hoffentlich können wir fliegen, weil am Vortag auch der Flugverkehr durch die Unwetter gestört wurde. Plötzlich hält der Zug. Alle aussteigen, zurück zum letzten Bahnhof Chammartin. Niemand weiss wieso, wir bleiben noch etwa eine halbe Stunde stehen, dann ist klar, da kommt kein Zug mehr. Der nette Herr, der dachte, dass ein Zug kommen müsse, nimmt ein Taxi. Er ist verspätet. Wir fahren zurück zum Bahnhof Chammartin. Müde und verzweifelt. Aber es kommt ein Zug und auf einer anderen Strecke geht es zum Flughafen. Nochmals etwas Kkleines essen, denn es ist schon Abend.

Der Verschluss auf der Toilette im Flughafen Madrid

 

Wir checken ein, gehen durch die Passkontrolle, obwohl ich besorgt war, weil ich noch Platten im Körper habe und keinen Ausweis dafür dabei.  Aber es geht alles gut. Im Duty Free Shop kaufen wir noch einige Süssigkeiten. Wir vertreiben uns die Zeit an einer Bar und schauen dem netten Spanier zu, wie er schöne Teller mit Schinken herrichtet. Mit einer Stunde Verspätung, und nach einem Gespräch mit einem netten älteren Herrn aus Amerika, der aber ursprünglich aus China kommt und der ebenfalls Business fliegt und die Schweiz kennt, fliegen wir verspätet ab. Am Flughafen Sevilla erwartet uns Alfonso, ein ganz netter junger Mann. Wir waren zusammen schon in Sevilla von daher sind wir nicht tiefbetrübt die Stadt nicht noch einmal besichtigen zu können. Sevilla ist immer eine Reise wert, vielleicht haben wir wieder einmal die Gelegenheit sie zu besuchen. Dann geht es mit einem Kleinbus los: Fahrt zum Hotel, wie froh bin ich zum z-gten Mal, dass mein Mann ein so guter «Mechaniker» ist. Vorderräder abmontieren, sonst passen die nicht in den Kleinbus. Weiter geht es aus der Stadt und rund 70km in die Pampa. Um 24.00 Uhr ruft Alfonso den Chef der Herberge in Almadén de la Plata an. Wir sind am ersten Etappenort angekommen. Er zeigt uns das Zimmer, gibt uns eine Flasche kühles Wasser. Wir laden zur Sicherheit unsere E-Bike’s im Zimmer auf, schauen die Ortlieb-Taschen an und fallen todmüde ins Bett. Was für ein Tag!

 

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