Ruta de la Plata, 10. Tag
Montag, 11.9.23
Die drei Spanier, wir denken es sind Katalanen, sind am Morgen früher los wie wir.

Der Morgen wurde mit Aufstieg und Abstieg gefüllt. Es war grüner als davor, aber die Weite blieb. Plötzlich waren die Spanier wieder hinter uns. Ein bisschen später sind sie dann anders abgebogen wie wir. Das heisst Elmi fuhr «zu weit» und ich habe auf ihn gewartet bis er wieder zurück kam. Da waren die drei aber nicht mehr zu sehen.

Bald darauf kamen wir zu einer Stadt mit einer bestehenden alten Stadtmauer. Leider hatten wir hier auch wieder keine Zeit, um auf der Mauer zu spazieren. Dies wäre möglich gewesen. In dem Städtchen kauften wir das Essen ein und trafen wieder auf einen Peligrino, den wir zuvor überholt hatten. Er war zu Fuss unterwegs und richtig fit. Der Höhepunkt war dann die Bäckerei, die wir besuchten, um Brot zu kaufen. Wir gönnten uns einen süssen Gipfel und einen Orangensaft. Einfach herrlich, obwohl wir bereits in der Unterkunft gefrühstückt hatten. Es war bei Cesar ja Selbstbedienung inklusive Abwaschen. Dafür hatten wir die Kleider in der Waschmaschine gewaschen, was auch nicht schlecht war. Was für ein Luxus.


Es gab dann die Berge linker Hand von uns und den Wald. Gegen halb zwei Uhr befanden wir uns auf einer Ebene, wo wir unter Bäumen picknickten. Ich dachte immer jetzt sind wir ganz oben und es geht wieder hinunter. Weit gefehlt. Es ging irgendwie unendlich geradeaus und ein bisschen rauf und runter. Erst nach langer Zeit ging es wieder hinunter.

Erst bei den römischen Ausgrabungen und dem Tor begegneten wir den Spaniern. Sie waren auf der Suche nach Strom für ein Bike und wir fuhren weiter. Bei einem schwierigen Übergang mit Wasser, Kühen im Wasser trafen wir wieder zusammen. Ich habe diesen Übergang zu Fuss überquert. Als Elmi den Bach überquerte ist eine Kuh raus aus dem Wasser und im Galopp davon. So etwas hatten wir noch nicht gesehen. Da trafen die Spanier wieder auf uns. Eine kürzere Strecke sind wir dann zusammen gefahren und haben miteinander gesprochen. Sie assen immer zu Mittag und wir nahmen immer unser Picknick ein. Im selben Restaurant in dem sie assen, tranken wir Limonade und cortado (Kaffee mit Milch). Wir fuhren weiter.

Dies war der härteste Abschnitt für mich an diesem Tag über die Via Verde. Eine Eisenbahnlinie, die Geleise wurden entfernt und nun dient dieser Weg den Velofahrern und Fussgängern. Das gibt es so auch in Frankreich. Der einzige Nachteil ist, dass die Strecke schnurgerade ist und das macht mich sehr müde. Für die Strapazen auf der Via Verde wurden mir mit dem Hotel belohnt, dass fantastisch war. Elmi musste noch die Klimaanlage reparieren und dann ging es ab in den Pool. Das Hotel erinnerte mich ein bisschen an eine Ranch. Vom Personal wurden wir umsorgt, da wir fast die einzigen Gäste waren. Wir tranken nach dem Schwimmen ein Bier, bekamen auch noch Oliven dazu und sassen im Schatten vor dem Eingang. Eingehüllt in unsere Badetücher. Was für friedliche Momente. Für das Abendessen haben wir uns im Hotel angemeldet. Als einzige Gäste. Es war einfach nur toll. Morgen wollen wir dann auf der Via Verde weiter, weil der Weg dort weniger stark ansteigt und wie wir feststellen werden im Schatten liegt. Der echte Camino wäre auf der Sonnenseite und hätte vor allem mir wieder viel abverlangt.
Tourenverlauf Grimaldo nach Aldenueva del Camino
