Reisebericht Via de la Plata
Vía de la Plata vom Samstag 2.9.23 bis Freitag 15.9.23
Intro
In diesem Reisebericht geht es nicht um unsere Beeinträchtigungen, Schmerzen und alles was uns schwerfiel. Es dürfen keine Rückschlüsse über unsere körperlichen Beschwerden gezogen werden. Es geht nur darum, die schönen Momente festzuhalten und anderen eventuell mit Tipps weiterzuhelfen, oder sie auf die schöne Natur, die historische Bedeutung und deren Denkmäler der Via de la Plata aufmerksam zu machen.
1. Tag, Samstag, 2.9.23
Unser Abenteuer hat begonnen. Wir reisen mit dem Zug nach Spanien, da ich nach unserem Verkehrsunfall versuche, die Strasse zu meiden. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Bereits am Bahnhof in Sargans buchten wir den Zug um, damit wir nachher in Zürich mehr Zeit hatten den Anschluss nach Basel zu erwischen. Wir hatten uns ein Interrail Ticket gekauft, dies ist günstig und sehr variabel. Unseres war für 4 Tage gebucht und für einen Monat gültig. Da es nicht wesentlich teurer war, buchten wir 1. Klasse. Vier Tage benötigten wir für die Hin- und Rückreise nach Spanien mit je einer Übernachtung. Nur die Reservationen musste man selbst vornehmen und dies war etwas kompliziert und das Ticket war nur auf dem Handy einsehbar und vorweisbar. Ein Handy ist also ein Muss. Mein Mann war noch ein bisschen verärgert, wegen einem älteren Herrn, der im Zug unbedingt seine Nägel feilen musste. Das kratzende Geräusch hat wirklich genervt. In Zürich Hauptbahnhof trafen wir pünktlich ein und gingen zum Abfahrtsperron. Nein nicht schon wieder, der Zug nach Deutschland, den wir bis Basel nehmen wollten, hatte Verspätung wegen einem Türproblem. Also schnell suchen, welcher Zug auch nach Basel fährt und auf dem Handy die Weiterfahrt umbuchen und aktivieren. Das fängt ja gut an, dachte ich mir. Die Fahrt von Basel nach Mulhouse ist dann aber gut verlaufen. In der ersten Klasse zu reisen, ist vom Platz her schon sehr angenehm. Wir leisteten uns einen Kaffee und ein Guetzli in der Bar des TGV von Mulhouse mit Ziel Montpellier Sud de France. Zu Fuss ging es dann vom TGV Bahnhof zum Hotel, ungefähr eine halbe Stunde Marschzeit hatten wir gerechnet. Wir hatten beide zwei einzeln Betten, dies war glaub ich, das erste Mal seit Jahrzehnten. Nach dem Zimmerbezug gab es noch einen Abstecher zum Carrefour, wo wir unseren Trinkvorrat auffüllten und der Mc Donald’s war auch in der Nähe, wo wir uns mit einem Mc Flurry für die lange Zugfahrt belohnten. Ein Glas Bier als Absacker und Morgen geht die Fahrt weiter Richtung Spanien.
2. Tag, Sonntag, 3.9.23
Der Weg vom Hotel zum TGV Bahnhof, Sud de France war schneller absolviert wie am Vortag. Die letzten hundert Meter waren ein Spiessrutenlauf, da der Weg als Hundeklo benützt wird, obwohl es eigentlich ein System wie den Robydog bei uns gibt. Es war auch nicht so heiss am Morgen. Das Hotel war ok und Elmi hat sehr gut geschlafen. Zum ersten Mal seit Jahren assen wir Frühstück. Wir hatten bei der Planung der Reise beschlossen, dass wir das Frühstück zu uns nehmen, da wir die Energie für die Fahrt mit dem Bike benötigen. Es war trotzdem eigenartig zusammen das Frühstück einzunehmen anstelle des Teilfastens wie wir es normalerweise praktizieren. Der Bahnhof Montpellier Gare de Sud ist bestens organisiert und befindet sich, wie die meisten Hochgeschwindigkeitsbahnhöfe, ausserhalb der Stadt. Unheimlich schnell ging es durch das Tunnel von Frankreich nach Spanien. Wir erinnerten uns an die alten Zeiten, wo man in Frankreich ausstieg und durch den Zoll zu Fuss ging, um anschliessend in Spanien den Zug mit der schmaleren Spurbreite zu nehmen. Dies war vor den Kriegen so beschlossen worden, damit ein Invasion mit Hilfe der Bahnlinie verunmöglicht wurde. Wir assen im Restaurant noch etwas Kleines. Die Umgebung flitzte nur so an uns vorbei und schon hiess es Umsteigen in Barcelona. Da wir es nicht besser wussten, gingen wir aus dem Transferbereich. Es war ein Riesenschock, die abertausenden von Menschen an diesem Bahnhof in Barcelona Sants. Die Menschenmenge übertaf jene am Flughafen Zürich. Dann hiess es wieder durch die Gepäck- und Personenkontrolle und immer wieder Tickets und Reservationen vorzeigen. Ich bin nicht so geschickt und schnell seit dem Unfall, deshalb war dies alles etwas mühsam. Wir schworen uns, den Transitbereich, wenn möglich, in Madrid Atocha nicht zu verlassen. Da gibt es vielleicht noch mehr Leute. Der AVE, den wir zum ersten Mal zum Reisen benutzten, fliegt durch Spanien! Was für eine Reise in der 1. Klasse, Ledersitze, ein Spielfilm läuft und viel Beinfreiheit. Bevor wir in Madrid Atocha ankamen, gab es an allen Handys einen Alarm, natürlich auch auf unseren. Der Zug wurde langsamer, der Himmel war schwarz und es hiess es gebe Unwetterwarnungen für den Süden. In Madrid Atocha angekommen, wurde es dann sehr mühsam. Die Züge fuhren nicht und wir standen mindestens 2 1/2 Stunden an, um die Auskunft zu erhalten, dass kein Zug mehr fahren würde, wegen den Überschwemmungen. Eventuell Morgen würden die Züge wieder fahren, aber dies war auch noch ungewiss. Ich erkundigte mich noch, um welche Zeit die Schalter geöffnet hätten und kontaktierten den TCS. Leider konnten wir die Reiseagentur nicht erreichen, es war Sonntag und das Hotel antwortete auch nicht. Der TCS hat uns schon zwei- oder dreimal geholfen, wenn irgendetwas passierte. Zusammen mit dem TCS beschlossen wir ein Hotel zu suchen, um am nächsten Tag weiterzureisen. Über booking.com fanden wir ein Hotel nicht weit von Madrid Atocha entfernt und nicht so teuer. Um 23.00 Uhr fielen wir müde und enttäuscht ins Bett. Wir können unsere Reise Morgen Montag nicht planmässig beginnen, war unser Gedanke vor dem Einschlafen.
3. Tag, Montag, 4.9.23
Ja eigentlich müssten wir jetzt auf unseren E-Bike’s sitzen und aus Sevilla im Süden unsere E-Bike Tour beginnen. Weit gefehlt. Morgens um 06.00 Uhr läutet der Wecker bzw. unser Handy, damit wir aufstehen, im Hotel auschecken und möglichst schnell zum Bahnhof Madrid Atocha gehen. Elmi meinte, es sei besser gleich auszuchecken, dann hätten wir unser Gepäck dabei. Dies war die richtige Entscheidung. Im Bahnhof im Bereich der Renfe angekommen, ist die Warteschlange glücklicherweise noch nicht so lang. Also wieder anstehen und herausfinden, wann der erste Zug in Richtung Sevilla fährt. Die Stürme und die daraus resultierenden Überschwemmungen waren heftig. Wir stehen wieder an und erhalten zum Schluss einen Stempel und könnten unsere Fahrkosten rückvergüten lassen. Nur das nützt uns nichts mit dem Interrail. Wir müssen versuchen möglichst schnell nach Sevilla zu kommen. Niemand weiss bei der Renfe Bescheid, wann die Züge wieder verkehren und wir denken uns, entweder wir kehren in die Schweiz zurück, oder wir kommen irgendwie nach Sevilla. In einem Restaurant innerhalb des Bahnhofgebäudes beginnen wir die Möglichkeiten abzuchecken. Ein Bus würde am Abend fahren, wir buchen 2 Plätze. Dann haben wir Kontakt mit unserer Reiseagentur. Die uns sagen, dass die einzige Möglichkeit bestünde, wenn wir einen Flug nach Sevilla buchen und den Camino mit der 2. Etappe beginnen. Wir versuchen einen Flug für uns zu buchen. Es gibt noch 3 Plätze. Das Glück ist uns hold und wir buchen 2 Plätze Business Class. Was anderes gibt es nicht, ausser wir fliegen nach Barcelona und von dort nach Sevilla und sind den ganzen Tag unterwegs. Also buchen wir 2 Plätze mit dem Express nach Sevilla. Ich checke am Handy und Elmi geht zweimal Kaffee und Orangensaft holen und Gipfeli. Nur ruhig bleiben, wir haben Kreditkarten und mein Handy mit dem ich auch im Ausland buchen und telefonieren kann. Der Deepl Übersetzer hilft mit Spanisch und alles wird gut. Wir annullieren mit Verlust die zwei Busplätze und werden also fliegen, was wir eigentlich vermeiden wollten. Die Reiseagentur bucht uns gegen einen Aufpreis einen Chauffeur mit Kleinbus, der uns dann am Flughafen abholen wird, uns zum Hotel in Sevilla fährt, wo wir die Bike’s abholen werden, die seit gestern Abend auf uns warten und dann weiterfährt mit Bike’s und uns zum 1. Etappenhotel fast 70km entfernt von Sevilla. Wir sind froh, eine Lösung gefunden zu haben. Die restliche Zeit erkunden wir den Bahnhof Atocha, da wir auf der Rückfahrt noch einmal hierher zurückkommen werden. Wo fahren die Regionalzüge ein und wo fahren die AVE Züge weg. Wir essen noch etwas zu Mittag und ich sage zu Elmi. Wir gehen früher zum Flughafen, damit auch alles klappt. Das Billet zum Flughafen muss an einem Automaten gelöst werden und eine Dame hilft uns, weil wir noch kein Renfe Billet haben und dies benötigt wird, um ein Ticket zu lösen. Wir besteigen den Zug Richtung Flughafen. Plötzlich hält der Zug an, es regnet aus allen Kübeln. Hoffentlich können wir fliegen, weil am Vortag auch der Flugverkehr durch die Unwetter gestört wurde. Plötzlich hält der Zug. Alle aussteigen, zurück zum letzten Bahnhof Chammartin. Niemand weiss wieso, wir bleiben noch etwa eine halbe Stunde stehen, dann ist klar, da kommt kein Zug mehr. Der nette Herr, der dachte, dass ein Zug kommen müsse, nimmt ein Taxi. Er ist verspätet. Wir fahren zurück zum Bahnhof Chammartin. Müde und verzweifelt. Aber es kommt ein Zug und auf einer anderen Strecke geht es zum Flughafen. Nochmals etwas Kkleines essen, denn es ist schon Abend. Wir checken ein, gehen durch die Passkontrolle, obwohl ich besorgt war, weil ich noch Platten im Körper habe und keinen Ausweis dafür dabei. Aber es geht alles gut. Im Duty Free Shop kaufen wir noch einige Süssigkeiten. Wir vertreiben uns die Zeit an einer Bar und schauen dem netten Spanier zu, wie er schöne Teller mit Schinken herrichtet. Mit einer Stunde Verspätung, und nach einem Gespräch mit einem netten älteren Herrn aus Amerika, der aber ursprünglich aus China kommt und der ebenfalls Business fliegt und die Schweiz kennt, fliegen wir verspätet ab. Am Flughafen Sevilla erwartet uns Alfonso, ein ganz netter junger Mann. Wir waren zusammen schon in Sevilla von daher sind wir nicht tiefbetrübt die Stadt nicht noch einmal besichtigen zu können. Sevilla ist immer eine Reise wert, vielleicht haben wir wieder einmal die Gelegenheit sie zu besuchen. Dann geht es mit einem Kleinbus los: Fahrt zum Hotel, wie froh bin ich zum z-gten Mal, dass mein Mann ein so guter «Mechaniker» ist. Vorderräder abmontieren, sonst passen die nicht in den Kleinbus. Weiter geht es aus der Stadt und rund 70km in die Pampa. Um 24.00 Uhr ruft Alfonso den Chef der Herberge in Almadén de la Plata an. Wir sind am ersten Etappenort angekommen. Er zeigt uns das Zimmer, gibt uns eine Flasche kühles Wasser. Wir laden zur Sicherheit unsere E-Bike’s im Zimmer auf, schauen die Ortlieb-Taschen an und fallen todmüde ins Bett. Was für ein Tag!
4. Tag, Dienstag, 5.9.23
Nach dem Frühstück, fragen wir unseren Vermieter, ob er uns noch einen Stempel in unser Credencial (Ausweis für Pilger) gibt. Wir packen die Sachen vom Koffer in die beiden Ortlieb Seitentaschen und das «Beauty-Case» wie ich es nenne, das am Lenker befestigt wird. Nur keine schweren Sachen in das Beauty-Case, denn sonst wird es schwierig mit dem Manövrieren. Die schweren Sachen gehören unten in die Packsäcke. Die Koffer dürfen wir im Zimmer belassen und werden dann von unserer Reiseagentur nach Salamanca transportiert. Wir nehmen uns nicht viel Zeit, um die Handhabung des E-Bike’s kennen zu lernen. Es gibt 4 Stufen Eco plus, Eco, Sto und High und 10 Balken, die die geladene Energie der Bike’s anzeigen. Die eigentlich 2. Etappe ist nur 34km, aber ich kämpfe mit dem Schlafmanko. Nach 6 Stunden mussten wir aufstehen, um das Frühstück einzunehmen. Es wird von nun an immer etwa ähnlich sein, einen Kaffee con leche, ein Stück Brot mit Butter und Konfitüre und ein Orangensaft (frisch gepresst), einfach herrlich. Wer schon einmal im Süden von Spanien war, kennt diese frisch gepressten Säfte und das Brot, das mit Olivenöl und Tomaten bestrichen wird. Wir kaufen noch Proviant ein, etwas Brot, Fleisch, Früchte, Käse und natürlich Wasser, das wir jeweils in unsere Bag’s umfüllen. Wir sind gut ausgerüstet. Das Brot werden wir auch in Zukunft versuchen in einer Bäckerei zu kaufen und die kleinen Läden erinnern uns, vor allem natürlich Elmi, an früher. Unscheinbar sind sie, klein, aber das Sortiment ist gross und meistens hängen Plastikstreifen an der Türe. Gute alte Zeit. Wir sind ausserdem froh, dass Elmi sein Garmin mitgenommen hat, wo alle Etappen aufgezeichnet sind. Ich dachte, wir bekommen die GPS Daten, aber dem war nicht so. Ausserdem hat mein Velo nur Klickpedalen, was eigentlich für Elmi passt, aber von mir nicht gewünscht war. So nun aber in die Pedale und unseren Camino beginnen. Die Gegend ist sehr schön, überall sehen wir die schwarzen Schweine und die Eichelbäume, es gibt auch Ziegen und Pferde. Ich denke, die Schweine haben ein friedliches Leben bevor sie als Schinken auf die Teller gelangen. Auf einer Burg mit schöner Aussicht essen wir zu Mittag. Meine Kondition lässt noch zu wünschen übrig und musste schon einmal vom Fahrad absteigen und zu Fuss gehen. Elmi ist den steilen Hang hinaufgefahren. Ich bin ansonsten zufrieden wieder überhaupt auf einem Bike zu sitzen und treten zu können. Um zirka 15.00 Uhr treffen wir in der 2. Unterkunft ein. Dann wird die Velogarnitur im Lavabo gewaschen, geduscht und wir machen uns auf den Weg zum Velohändler, um normale Pedalen zu kaufen. 15 Euro kosten diese. Dies habe ich mit der Agentur so abgemacht. Sie wollten die Pedalen auch rückvergüten, aber wegen 15 Euro, lohnt sich der Aufwand nicht. Ein kleiner Ausflug per Rad, um das «Monesterio» zu finden, wir entdecken es nicht. Es hiess im Reiseführer es sei überwachsen. Nicht so schlimm. Die Bike’s muss Elmi in den ersten Stock tragen, da sie nicht in den Lift passen. Das war der einzige Nachteil in diesem Hotel. Wir gehen auf einen Apero runter auf die Terasse. Am Abend essen wir im Hotel. Ab 20.00 Uhr wäre der Saal geöffnet, aber um 20.30 Uhr sind wir die ersten Gäste. Es gibt Suppe, Llomo de cerdo o ternera Fritten und Pilz. Elmi isst noch einen Dessert und wir bezahlen 23.00 Euro für alles. Wir sind sprachlos. Die Leute verdienen nichts. Wie glücklich dürfen wir uns schätzen. Erst um 22.00 Uhr treffen die Gäste ein, ganze Familien mit Grosseltern und wir gehen zu Bett. Die erste Etappe per Velo verpasst, dafür waren das Hotel und die Bike’s bereit.
5. Tag, Mittwoch, 6.9.23
An diesem Tag fand ich keine Zeit um zu schreiben. Erst einen Tag später konnte ich meine Gedanken zusammenfassen. Der Tag begann gut und die Bar war am frühen Morgen bereits mit Gästen gefüllt, die Kaffee tranken, oder wie wir etwas zum Frühstück assen. Den ganzen Tag fuhren wir hinauf und hinunter. Natürlich war uns bewusst, dass wir zirka 65km zu fahren hatten. Die Region und das Wetter war so unterschiedlich am gleichen Tag. In einem typisch spanischen Gemischtwarenladen kauften wir Chorizo, Äpfel, Käse und etwas zu Trinken und wie immer gab es am Mittag ein Picknick. Die Pfirsiche, die wir hier kauften, waren sehr gross und sehr süss, solche können wir bei uns zu Hause nicht kaufen. Die Weinbauern waren bei der Ernte und immer wieder riefen sie uns «buen camino» zu. Leider konnten wir nicht verweilen, denn es stand uns doch ein gutes Stück Weg bevor. Das Mittagessen nahmen wir bei einem Bahnübergang ein, weil wir sonst keinen Schatten fanden. Bis Kilometer 40 ging es gut voran, aber dann begannen doch die Schmerzen im Knie, rechte Hand und vor allem mein Hinterteil tat weh. Deshalb sagte ich zu Elmar, dass ich nun eine kurze Pause und einen Kaffee benötige. Wir suchten und fanden eine Bar. Als wir wieder aufbrechen wollten, sprachen uns drei Männer an. Was wir hier machen würden und wohin unser Weg ginge, von wo wir kämen usw. Als wir erklärten, dass wir die Via de la Plata per E-Bike fuhren, da für mich das Gehen keine Option mehr sei. Fanden sie dies interessant und sagten uns, dass wir uns setzen sollen. So erfuhren wir einige Dinge von Ihnen und zuguterletzt teilten sie ihr bereits bestelltes Essen mit uns. Sie sagten auch, hier wird alles geteilt, ausser die Frau! Und so mussten wir von allem probieren und es war sehr gut. Es gab eine Vorspeise, die torta de queso genannt wird, ein runder Schafskäse der aussen die Rinde noch dran hat und innen flüssig ist. Dazu gibt es kleine Brotstücke, die man darin taucht. Sehr köstlich. Auch die anchovis, das cordon blu und ihre 3 Desserts wurden uns angeboten. Es war eine köstliche kulinarische Entdeckung der Region Extramadura. Zuerst bestellten sie uns ein Bier, dann wurde über den Wein respektive die Schaumweine sogenannte Cavas aus der Region diskutiert und wir mussten auch diesen probieren. Nur einer der Männer, David, fand den französischen Champagner besser und so wurde zu guter letzt noch ein Moet Chandon bestellt. Man sprach mit Händen und Füssen, spanisch, französisch und so vergingen 3 Stunden ohne dass wir dies wirklich bemerkt hätten. David bezahlte alles und ursprünglich war nicht nur sein Name «schweizerisch». Uns blieben nach der aussergewöhnlichen Begegnung noch 16.5km Weg und die Erinnerung an drei Stunden Diskussion sowie die Annäherung an die Küche der Region. Nette Begegnung. Formidabel, ausser eben die letzten Kilometer. Zuerst noch in der Hitze des späten Nachmittags erklommen wir eine kleine Anhöhe, wo es oben angekommen einen kühlen Wind gab. Aber wo man hinauffährt, muss man irgendwann auch wieder hinunter. Ja und so kam es, dass wir später als erwartet und müde nach zirka 70km in der Unterkunft ankamen. Unser Ritual mit Kleider waschen begann, um anschliessend noch ein paar Längen im Schwimmbad des Hotels zu ziehen. Das Wasser war unglaublich kalt im Verhältnis zur Luft. Zu Abend assen wir auf der Terrasse des Hotels, aber 2 mal Patatas und 2 mal Revueltas war dann doch zu viel. Der Kellner hatte nachgefragt. Das nächste Mal sollte ich auf den Kellner hören! Die Bike’s konnten wir in einem Saal des Hotels aufladen.
6. Tag, Donnerstag, 7.9.23
Frühstück essen und weiterfahren. Heute nur 46km. Eigentlich ging es praktisch immer nur gerade aus durch Olivenhaine und Weinberge. Elmi hat mir den Sattel gerichtet. Viel besser! Auch heute wieder Picknick und ein bisschen ausruhen. Es gab einen Zwischenfall, weil eine neue Bahnlinie gebaut wird und diese den Camino unterbricht. Elmi voraus und ja es war ein Plastikschild angebracht, aber wir wussten ja nicht. Also weiter und Elmi drehte sich um, um mir zu sagen, ich solle warten. Deshalb fiel er hin. Wieder aufgestanden und ein Arbeiter kam und Elmar hatte das Gefühl, dass er ihm winkt. Wir sollen über die Geleise. Dann kam der Vorarbeiter und zu guter Letzt haben sie uns geholfen, die Bike’s auf die andere Seite zu tragen. Ende gut, alles gut und unsere Fahrt ging weiter. Es gab viele verdorrte Sonnenblumenfelder. Auch hier ist der Klimawandel stark zu sehen. Das Mittagessen nahmen wir unter Bäumen ein, die wir nach langem Suchen fanden…… Merida, über einen Park und die alte römische Brücke ging es in die Stadt hinein. Schon am frühen Nachmittag bezogen wir das Zimmer. Die Bike’s, die wir normalerweise im Zimmer aufluden, durften wir in kleinen Innenhof aufladen, über die Steckdose unseres Badzimmers und mit Zuhilfenahme des Fensters nach draussen. Unser Zimmer befand sich im Erdgeschoss. Wir wollten uns die Stadt ansehen und der Receptionist gab uns gute Ratschläge. Leider war das Theater und das Amphitheater in Merida geschlossen, weil ein, oder mehrere lokale Politiker Reden hielten. So schade, denn wir wussten am nächsten Tag müssen wir weiter. Aber es gab ja noch den Diana Tempel und die arabische Burg Alcazaba. Dies war sehr interessant. Die durch die Römer erbaute Anlage und später durch die Mauren übernommene Burg. Heute noch kann man eine Zisterne besuchen, die gefiltertes Wasser enthält.
7. Tag, Freitag, 8.9.23
Heute war ein Feiertag in der Region von Extremadura. Ich wusste schon am Morgen früh, dass dieser Tag streng wird. 70km lagen vor uns. Wow! Am Aquädukt vorbei ging es aus der Stadt raus. Unterwegs trafen wir Fussgänger, obwohl es schon heiss war. Wir kamen zu einem See. Die Leute fischten und badeten. Leider hatten wir keine Zeit, oder besser gesagt, wir wussten, dass wir für die 70km ein paar Stunden brauchen würden und am Morgen schon auszuruhen, war in dieser Situation nicht unbedingt ratsam. Also weiter. Dann auf einmal sprach mich ein Spanier an, der zu uns aufgeschlossen hatte. Er war mit einem Specialized und fully unterwegs. Er erzählte er sei aus Barcelona, alleine unterwegs und sei im Moment im Urlaub bevor eine neue Stelle antrete. Er wollte bis Santiago de Compostela. In einem Dorf hielt er an und wir fuhren weiter. Später holte er uns dann wieder ein und wir fuhren gemeinsam weiter. Dann ging es auf einmal sehr steil hoch und mit grossen Steinen. Ich hatte Mühe, aber weil ich am ersten Tag schon einmal abgestiegen war, wollte ich einfach da rauf. Im kleinsten Gang. Oben angekommen, musste ich mich einen Moment ausruhen. Unser Begleiter fuhr weiter und wir begegneten ihm danach nicht mehr. So ist es auf dem Via, man geht zusammen und dann begegnet man sich wieder, oder auch nicht.
8. Tag, Samstag 9.9.23
Diese Nacht hatte Elmi Fieber. Interessanterweise hatte auch ich ein Fieberbläschen. Wir führten dies auf die grosse Anstrengung des Vortages zurück. Heute steht nur eine Fahrt von zirka einer Stunde an. Gestern hatten wir 73,8kg auf dem «Tacho». Was für ein harter Tag gestern!! Im alternativ gebuchten Hotel gibt es kein Frühstück, aber es gibt eine Repsl Tankstelle in dr Nähe. Wir können ja dahin für einen Kaffee. Dann sehen wir auf unseren Handy’s dass es auch eine Bar gibt. Na dann man los zur Bar. Es gab Kaffee und Tostadas mit Tomaten oder Margarine mit Konfitüre. Ich liebe diese Tomaten. Margarine und Konfitüre kann ich zu Hause wieder essen. Für einmal ausgeschlafen ging es weiter. Es war wirklich nur eine Stunde Fahrt bis Cáceres. Irgendwo dahinten ist Cáceres. Im Hotel konnten wir, obwohl noch nicht Mittag bereits einchecken. Für die Fahrräder gab es eine Art Innenhof. So wurden die Bike’s abwechselnd geladen. Dann ging es gleich auf Erkundung der Stadt. Zuerst waren wir essen am Hauptplatz. Die Übersetzung der Speisekarte gestaltete sich selbst mit direkter Übersetzung schwierig. So assen wir unter anderem «Algen», die wir nicht so toll fanden. Der Rundgang war einmalig und eine Kirche besuchten wir ebenfalls. Selbst auf den Turm bin ich gestiegen, obwohl dies eher schwierig war. Ich trainiere heute schon für die morgige Fahrt. Es sind noch 4 Abschnitte zu fahren. Ab 08.00 Uhr gibt es im Hotel Alfonso IX Frühstück.
9. Tag, Sonntag 10.9.23
Der Weg ist steinig! Zuerst ging es bergan und Elmi war noch nicht warm «gelaufen». Trotzdem war der erste Teil sehr schön. Und mit wunderbarer Aussicht. Im zweiten Teil war der Weg eine Katastrophe. Zwar mehr oder weniger geradeaus, aber kleine Wellen im Boden. Ich dachte, dass ich eine Hirnerschütterung bekomme. Was für eine mühsame Angelegenheit. Der dritte Teil eine weitere Katastrophe. Davor roch es gut nach Weihrauch, obwohl ich es in der Kirche nie mochte, aber in der freien Natur ist dies anders. Schade, wir haben nicht viel Zeit, um uns Dörfer anzusehen. Der letzte Teil beinhaltete eine 11% Steigung, das heisst gerade den Hügel hinauf. Es hätte eine Alternative gegeben, aber ich sagte probieren wir es. Dies war ein grosser Fehler. Hier hat es mich das erste Mal geworfen. Grosse Steine und ein gewaltiger Anstieg und so verlor ich die Beherrschung über mein Fahrrad und schon lag ich auf der Seite. Auch Elmis Hinterrad drehte weiter oben leer durch. Tja, aber schlussendlich sind wir praktisch heil oben angekommen. Ausser ein paar blauen Flecken und einer kleinen Schürfung am Ellbogen. Dann kam ein kleines Waldstück, dort ist uns ein Fussgänger begegnet. Es war ein Italiener, der zu einem Kloster wollte. Aber er hatte keine Karte und er hinkte schon sehr stark. Noch 25km wollte er bewältigen. Elmi sprach längere Zeit mit ihm und erklärte ihm den Weg zu seinem Ziel. Ich denke es war ein Bruder aus einem Kloste, der den Camino, oder einen Teil des Caminos zu Fuss besucht. Aber er war wirklich nicht, oder nicht mehr gut zu Fuss. Elmi zeigt ihm den Weg auf dem Handy und er machte ein Foto, dass er wenigstens ungefähr wusste wohin. Viele machen den Camino alleine. Ich sagte zu Elmar, dass jeder von uns auf seinem Fahrrad sitzt und ich, oder besser gesagt, wir nicht viel sprechen während dem Fahren. Ich muss mich auf den Weg konzentrieren. Auf diesem Weg gibt es nur die Variante Stein. Zur Mittagszeit waren wir in einer relativ kargen Gegend und deshalb assen wir unsere Brote unter dieser Brücke, die etwas Schatten versprach. Ich fragte mich immer wieder, was diese Tiere essen. Die Unterkunft war super. Cesar hat uns herzlich empfangen und mit uns die nächsten beiden Routen besprochen. Sehr schöne Unterkunft und 3 Spanier waren vor uns bereits angekommen und luden bereits ihre Fahrräder, sie hatten bereits geduscht. Wir durften sogar aus zwei Zimmern auswählen. Das Frühstück war Selbstbedienung, aber es war alles vorhanden. Für einmal wuschen wir unsere Sachen in der Waschmaschine. Am Abend gingen wir Hamburger mit Friten essen. Es gab nur dies, oder Sandwich, das hatten wir aber schon am Mittag gegessen.
10. Tag, Montag 11.9.23
Die drei Spanier, wir denken es sind Katalanen, sind am Morgen früher los wie wir. Der Morgen wurde mit Aufstieg und Abstieg gefüllt. Es war grüner als davor, aber die Weite blieb. Plötzlich waren die Spanier wieder hinter uns. Ein bisschen später sind sie dann anders abgebogen wie wir. Das heisst Elmi fuhr «zu weit» und ich habe auf ihn gewartet bis er wieder zurück kam. Da waren die drei aber nicht mehr zu sehen. Bald darauf kamen wir zu einer Stadt mit einer bestehenden alten Stadtmauer. Leider hatten wir hier auch wieder keine Zeit, um auf der Mauer zu spazieren. Dies wäre möglich gewesen. In dem Städtchen kauften wir das Essen ein und trafen wieder auf einen Peligrino, den wir zuvor überholt hatten. Er war zu Fuss unterwegs und richtig fit. Der Höhepunkt war dann die Bäckerei, die wir besuchten, um Brot zu kaufen. Wir gönnten uns einen süssen Gipfel und einen Orangensaft. Einfach herrlich, obwohl wir bereits in der Unterkunft gefrühstückt hatten. Es war bei Cesar ja Selbstbedienung inklusive Abwaschen. Dafür hatten wir die Kleider in der Waschmaschine gewaschen, was auch nicht schlecht war. Was für ein Luxus. Es gab dann die Berge linker Hand von uns und den Wald. Gegen halb zwei Uhr befanden wir uns auf einer Ebene, wo wir unter Bäumen picknickten. Ich dachte immer jetzt sind wir ganz oben und es geht wieder hinunter. Weit gefehlt. Es ging irgendwie unendlich geradeaus und ein bisschen rauf und runter. Erst nach langer Zeit ging es wieder hinunter. Bei den römischen Ausgrabungen und dem Tor begegneten wir den Spaniern. Sie waren auf der Suche nach Strom für ein Bike und wir fuhren weiter. Bei einem schwierigen Übergang mit Wasser, Kühen im Wasser trafen wir wieder zusammen. Ich habe diesen Übergang zu Fuss überquert. Als Elmi den Bach überquerte ist eine Kuh raus aus dem Wasser und im Galopp davon. So etwas hatten wir noch nicht gesehen. Da trafen die Spanier wieder auf uns. Eine kürzere Strecke sind wir dann zusammen gefahren und haben miteinander gesprochen. Sie assen immer zu Mittag und wir nahmen immer unser Picknick ein. Im selben Restaurant in dem sie assen, tranken wir Limonade und cortado (Kaffee mit Milch). Wir fuhren weiter. Dies war der härteste Abschnitt für mich an diesem Tag über die Via Verde. Eine Eisenbahnlinie, die Geleise wurden entfernt und nun dient dieser Weg den Velofahrern und Fussgängern. Das gibt es so auch in Frankreich. Der einzige Nachteil ist, dass die Strecke schnurgerade ist und das macht mich sehr müde. Für die Strapazen auf der Via Verde wurden mir mit dem Hotel belohnt, dass fantastisch war. Elmi musste noch die Klimaanlage reparieren und dann ging es ab in den Pool. Das Hotel erinnerte mich ein bisschen an eine Ranch. Vom Personal wurden wir umsorgt, da wir fast die einzigen Gäste waren. Wir tranken nach dem Schwimmen ein Bier, bekamen auch noch Oliven dazu und sassen im Schatten vor dem Eingang. Eingehüllt in unsere Badetücher. Was für friedliche Momente. Für das Abendessen haben wir uns im Hotel angemeldet. Als einzige Gäste. Es war einfach nur toll. Morgen wollen wir dann auf der Via Verde weiter, weil der Weg dort weniger stark ansteigt und wie wir feststellen werden im Schatten liegt. Der echte Camino wäre auf der Sonnenseite und hätte vor allem mir wieder viel abverlangt.
11. Tag, Dienstag 12.9.23
Lukas, ein Kollege von uns hat Geburtstag. Wir haben ihm gleich gratuliert per What’s App. Hingegen habe ich den Geburtstag von meinem jüngeren Bruder total vergessen. Das passiert, wenn man so mit der Ruta beschäftigt ist. Muss mich echt dafür entschuldigen. Am Morgen gab es erst um 08.30 Uhr Frühstück. Es war ein Buffet und tip top. Wir fuhren auf der Via Verde weiter. Es stieg kontinuierlich an und trotzdem war es irgendwie streng. Es gab mehrere Tunnels zu durchqueren und um ein Dorf fuhr man rechts vorbei in ein Tunnel und dann war man auf der hinteren Seite des Dorfes. Oben angekommen hörte der Via Verde auf und wir assen zu Mittag. Über zwei Mauern musste ich klettern, damit wir eine geeignete Stelle fanden. Wir gingen zurück auf die Strasse. So fuhren wir immer weiter bis wir in einem Dorf den Spaniern wieder begegneten. Um 15.35 Uhr ging es weiter. Besser gesagt, sah ich ihre Bike’s vor dem Restaurant und sie assen relativ spät noch zu Mittag. Den Kaffee haben sie uns bezahlt. Irgendwann kamen wir auf unsere nächste Übernachtung zu sprechen und es stellte sich heraus, dass wir im selben Casa Rural reserviert hatten. Die letzte Strecke fuhren wir gemeinsam. Wir hatten Glück, nach unserer Ankunft gab es ein Gewitter. Um 19.30 haben wir uns für das Nachtessen verabredet. Dies nahmen wir im Cafe «José» oder so ein. Ich weiss nicht mehr so richtig wie es hiess. Auf jeden Fall, wussten sie das das Pilgeressen günstig und gut ist. Zu spät haben wir Begleiter gefunden, die uns betreffend dem Esssen hätten beraten können. Das Casa Rural war ganz einfach und ein russisches Ehepaar war ebenfalls dort einquartiert. Er hatte schon ganz offene Füsse und tat mir wirklich leid. Nun bleibt uns nur noch die Fahrt nach Salamanca. Wir werden schon ein bisschen wehmütig.
12. Tag, Mittwoch 13.9.23
Wir sind heil in Salamanca angekommen. Zwar mit blauen Flecken und einem Hintern der schmerzt vom vielen «Sattelsitzen», aber sehr glücklich. Leider sind wir den drei Spaniern nicht mehr begegnet. Aber alles der Reihe nach. Am Morgen früh gab es in einer nahe gelegenen Bar Frühstück. Erst ab 8.00 Uhr und deshalb mussten wir noch ein paar Minuten vor der Bar warten bis die Chefin kam und die Bar aufmachte. Zusammen assen wir das Frühstück und wir sind zurück ins Casa Rural. Vemos en el camino. Aber dem war leider nichts so. Wir zogen zum ersten Mal die dicken Jacken an, denn es war kühl und neblig. Sehr viel Feuchtigkeit lag über der Landschaft. Es ging bergab und wir überholten das russische Ehepaar, das in derselben Herberge übernachtet hatte. Leider musste ich bald einmal einen Platten im Vorderrad feststellen. Also Schlauch wechseln, glücklicherweise hatten wir je zwei mitbekommen. Elmi ist wirklich gut im Schlauchwechseln. Er hatte das in unseren Veloferien in Frankreich x-mal geübt. Sicher war eine Pflanze, oder ein Dorn dafür verantwortlich. Weiter gings. Den Umweg über den Pico de Dueño wollte ich nicht machen. Wenn sie im Führer schreiben «schieben», hatte ich gelernt ist es für Biker nicht machbar! Elmi war nicht ganz glücklich über das Auslassen des Pico. Es gab eigentlich nicht viel zu sehen auf dem Weg. Deshalb hielten wir nur einmal an, um zu essen. Eine Frucht, viel mehr hatten wir nicht. Vor Salamanca stellte ich erneut einen Platten im Vorderrad fest. Wir entschlossen uns zu pumpen und zu schauen, ob ich bis zum Hotel komme. Es ging. Die Räder mussten ja eh vom Verleih überholt werden, da die Strecke sie recht mitgenommen hatte. Welch ein Glück, unsere Koffer waren im Hotel angekommen und erwarteten uns bereits im Zimmer. Zuerst brachten wir aber die Räder in den Keller. Dann ging es ans Umpacken in unsere Koffer. Das Hotel wird sich um die Abgabe der Räder kümmern. Dann natürlich eine herrliche Dusche. Dann aber los in die Stadt Salamanca. Unser Hotel befand sich am Anfang der Stadt. Wir besuchten zuerst die Kathedrale bzw. den Turm. An diesem Tag war es gratis. Es gibt einen alten und einen neuen Teil. Die Kathedrale ist sehr eindrücklich und die Aussicht ebenfalls. Dann gings zum Plaza de España. Da am Abend ein Konzert stattfand, war eine Bühne aufgebaut. Ein wirklich schöner Platz und riesig. Wir hoffen beide, das es klappt mit der Heimreise. Ich bin müde, aber sehr dankbar, dass ich Elmi an meiner Seite habe. Wir besuchten ein Pub das «The holy cross» und vor uns steht ein kühles Bier. Es gibt sehr viele Einheimische und es wird wie immer in den Markthalle Salamanca by night Restaurants viel durcheinander gesprochen. Was für ein Abenteuer war der Camino. Er fehlt mir jetzt schon und auch das Aufstehen am Morgen, das Beladen der Räder mit den Ortlieb Taschen und dem Beauty Case von Ortlieb. Die ersten Umdrehungen der Pedalen und nicht zu wissen, was für wundervolle, einsame, schwierige und mühsame Wege der Tag uns abverlangt. Zu erwähnen beibt noch die letzte Unterkunft vor Salamanca. Das Bett im Casa Rural war eine Katastrophe. Zwar ein Doppelbett, aber so weich, das wir beide uns zusammengepfercht in der Mitte der Matratze die ganze Nacht durch «begegneten». Wieder raus an den Rand und schon beim Hinlegen kullerte man in die Mitte.
13. Tag, Donnerstag 14.9.23
Wow, unser letzter Ferientag. Morgen sollten wir wieder zu Hause sein. Gestern nach der Ankunft in Salamanca ging es noch in die Stadt. Um 05.00 Uhr morgens sind wir aufgestanden und durften im Hotel Morgenessen. Um 05.55 Uhr kam unser bestelltes Taxi und brachte uns zum Bahnhof. Der Zug fuhr pünktlich los und brachte uns bis Madrid Chamartin. Dort hiess es umsteigen für die Fahrt nach Madrid Atocha. Das Billet mussten wir an einem Apparat lösen, aber da war sofort jemand zur Stelle, der uns half. Den Bahnhof Chamartin kannten wir schon von der Fahrt zum Flughafen. Es ging nun also Richtung Atocha. Auch an Atocha hatten wir unsere schlechten Erinnerungen, wegen dem Unwetter. Dieses Mal ging alles gut, ausser die mehrfache Kontrolle von Billet und Gepäck. Die Beamten, ob Mann oder Frau, waren einfach nicht nett. Die Fahrten in den Hochgeschwindigkeitszügen vergeht sehr schnell. Es läuft ein Film, es gibt W-Lan und man kann in der Bar etwas trinken gehen. Im Coche Cafeteria nahmen wir einen Kaffee zu uns und ich ass einen Muffin, Elmi ein Croissant. Pequeno sagt Elmar. In Girona hatten wir 1 1/2 Stunden Aufenthalt. Dies war um die Mittagszeit. Wir fanden nicht weit entfernt ein Restaurant mit Einheimischen und assen judias, patatas y jamon und escalope de ternera con patatas fritas. Es war gut. Mit einem Flan und einem Kaffee schlossen wir das Mittagessen ab. Zurück am Bahnhof, wieder einchecken! Wir lieben es! Die Fahrt von Girona nach Nîmes war ohne Zwischenfälle. Nach dem Studio Bezug gings Richtung Stadt. Das Hotel lag nur einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt. Wir kannten Nîmes bereits von unserem Aufenthalt im Frühling. Jetzt war aber bedeutend mehr los. Es gab auch Stände, wo wir 6 Churos mit Zucker kauften. Auf einer Mauer im Freien sitzend, assen wir diese anschliessend. In der Altstadt genehmigten wir uns je 3 Pastis. Die Bar war an einem idylischen Ort gelegen und wir tranken die Pastis nicht schnell. Es war sehr gemütlich. Anschliessend ging es zurück zum Studio im Hotel.
14. Tag, Freitag 15.9.23
Wir konnten ausschlafen. Das Frühstücksbuffet war lecker. Unsere Koffer durften wir im Hotel bis zu unserer Abfahrt deponieren. Leichten Fusses ging es Richtung Altstadt von Nîmes. Die Kathedrale, die im Frühling wegen Renovationsarbeiten geschlossen hatte, war nun zugänglich. «Notre Dame et Saint-Castor». Wir besuchten noch einmal die Hallen mit all den Verkaufsständen. Was für Geschmäcker und Auslagen, etwas für die Nase und etwas für die Augen. Leider passten nur 2 Chorizos ins Gepäck. Der Käse und die Früchte waren fast unwiderstehlich. Die Erde ist ein grosser Schatz und wir würdigen alles zu wenig. Wie schade! Bald gibt es Mittagessen. Wir suchten ein italienisches Restaurant auf. In Nîmes war die Ferias. Im Gegensatz zu den Spaniern, werden die Stiere beim Kampf nicht getötet. Ich kann mich weder für das eine, noch das andere erwärmen. Ich sehe die Kühe und Stiere lieber in der freien Natur. So und dann zurück zum Hotel, um unser Gepäck abzuholen. Spanien gefällt mir sehr gut und Frankreich auch immer noch. Einzig ich werde älter und der Unfall hat mich nicht nur körperlich verändert. Diese Reise war unglaublich anstrengend und schön. Ich hoffe, es bleiben mir die schönen Erinnerungen noch lange erhalten. Die Rückreise mit TGV, SNCF und SBB ist ohne Zwischenfälle verlaufen.