Reisebericht Rumänien
Von Vilters nach Rumänien und zurück 2016
Intro
Wie kommt man darauf nach Rumänien zu reisen und vor allem mit dem Motorrad? Ein guter Freund von uns, der sehr gerne Rallys fährt, war in Rumänien. Uns haben seine Erzählungen fasziniert und wir sagten uns, dass wäre doch was für uns, aber mit dem Motorrad. Unsere Tochter wollte mit uns kommen und ihr damaliger Freund ebenfalls. So kamen wir auf die Idee mit der Reise nach Rumänien. Für mich war es die erste Reise zusammen mit meiner Tochter auf dem Motorrad. Es war also für mich auch eine Herausforderung. Das Abenteuer konnte beginnen, die ungefähre Reiseroute wurde bestimmt und verschiedene Währungen gewechselt. Die Motorräder waren damals immer gewartet und bereit für eine nächste Fahrt ins Ausland. Das Equipment mehrfach erprobt. Nur den Luxus von Hotels anstelle von Zeltplätzen wollten wir uns leisten.
1. Tag Montag, 25.07.2016
Alles bereit. Die Motorrad Koffer gepackt, je ein Koffer pro Person. Verschiedene Währungen gewechselt wie z.B. Euro Forint, Lei, Kuna und Dinar. Man sieht wir haben in den nächsten 14 Tagen etwas vor. Die Koffer an unseren Motorrädern haben uns schon viele Male gute Dienste geleistet. Auch wenn ich zwischenzeitlich kein eigenes Motorrad hatte, haben wir das Equipment wie z.B. die Kofferträger und die Koffern behalten. Mein Mann hatte mir auf den 50-zigsten Geburtstag eine BMW R80GS geschenkt. Eine ähnliche fuhr ich als ich noch jünger war. Wir haben Sie Occasion gekauft. Er hat sie während einigen Wintermonaten praktisch komplett auseinander genommen und revidiert. Das Bike war einfach wie neu als ich es bekam. Foto Bike folgt Die ersten Hotels hatten wir gebucht. Ja wir haben uns Hotels geleistet. Als wir jung waren, ging das mit dem Zelt, aber heute mit unseren alten Knochen ist das nicht mehr so einfach. Unser erstes Hotel befand sich in 39030 Vintl, Italien. Der einzige Nachteil ist, man weiss wie weit man fahren muss bzw. man muss bis dorthin fahren. Dies waren am ersten Tag ungefähr 274km. Von uns zu Hause ging es los nach Landquart, dann durchs Prättigau bis nach Davos und über den Flüelapass nach Zernez im Engadin. Dann ging es weiter Richtung Ofenpass und das Val Mustair. Unser nächstes Ziel war Meran. Ich fuhr zum ersten Mal mit Koffern und meiner Tochter als Passagier. Das Motorrad war echt schwer zum Lenken, oder um es auf dem Mittelständer zu heben. Auch das Motorrad zu bremsen erforderte Kraft in den Armen. Wir haben nicht so moderne Motorräder mit ABS etc. Aber das Gefühl ist einzigartig. Von Meran ging die Strecke südwärts bis Bozen, wo wir links abbogen. Von Bozen waren es noch ungefähr 60km bis nach Vintl. Im Hotel Appartement Haus Gitschberg hatten wir unsere Hotelzimmer gebucht. Glücklich aber ein bisschen müde kamen wir an. Im Hotel assen wir das Menu zum Abendessen. Ich sammle jeweils die Belege, deshalb weiss ich es noch so genau. Je nach Distanz und Aufenthaltsdauer bleibt nicht viel Zeit zum Fotografieren. Am Abend war für meinen Mann und mich dennoch noch genügend Zeit, um vor dem Eindunkeln noch einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Ein schöner Ort, schöne Berge, aber für uns nur ein Zwischenstopp.
2. Tag Dienstag, 26.07.2016
Ja im nachhinein kann ich es selbst fast nicht glauben, aber unsere zweite Übernachtung war in Maribor Slowenin gebucht. Von Vintl ging es westwärts bis nach Obertilliach, wo wir ein Picknick für uns einkauften. Dies war um 11.40 Uhr am 26.07.2016. Danach kam eine wunderschöne kurvige Strecke, die mir gut in Erinnerung geblieben ist. Am Wörthersee vorbei dem Fluss Drau folgend bis nach Slowenien. Nach der Grenze stand etwas am Boden geschrieben, aber ich hatte keine Ahnung, was da stand. Ich glaube ich habe später nachgesehen und es hiess «Schule». Dann zog es sich noch lange hin bis Maribor, insgesamt waren es an diesem Tag 363km. Da wir für die zweite Nacht ein Garni Hotel gebucht hatten, gingen wir zum Abendessen in die Stadt. Die «Pizzeria» hiess Mlada Lipa. und wir bezahlten für 4 Personen 55.40. Von diesem Tag gibt es praktisch keine Fotos, weil wir so viel unterwegs waren.
3. Tag Mittwoch, 27.07.2016
Früh standen wir wieder auf und ein Frühstück gab es nicht im Hotel. Ich erinnere mich nicht, aber ich meine man konnte aus irgendeinem Grund kein Frühstück, oder Abendessen einnehmen. Um 07.26.33 Uhr haben wir in Maribor ausgecheckt. Danach gab es eine wirklich lange Fahrt nach Ungarn bzw. Baja. Slowenien und Ungarn waren uns unbekannt. Wir wussten, dass wir für die Autobahn bezahlen mussten. Aber die Grenze war nicht klar ersichtlich zwischen Österreich und Ungarn und so befanden wir uns schnell einmal in Ungarn. Bei der ersten Ausfahrt fuhren wir ab und suchten ein Einkaufszentrum. Die Verständigung war alles andere als einfach, aber in einem Laden, fand sich jemand, der uns erklärte, dass wir die Autobahnfahrten an einer Tankstelle bezahlen könnten. Die junge Dame sprach ein bisschen Englisch und versuchte uns den Weg zu erklären. Das Bezahlen für die Autobahngebühren war dann schnell und unkompliziert. Irgendwo unterwegs in der Pampa haben wir zu Mittag gegessen und ein Gewitter gab es auch noch. Was mich beeindruckte, war wie flach es in diesem Teil von Ungarn war. Man konnte den Horizont immer sehen. Einfach nur flach. Das Hotel in Baja befand sich gleich neben der Donau. Im Hotel assen wir zu Abend.
4. Tag Donnerstag, 28.07.2016
Was unvergesslich ist, war das Frühstück in Ungarn. Es gab Peperoni, Gemüse und alles mögliche, aber kein Brot oder so etwas (deshalb unvergesslich). Auch die Menge war einfach nur beeindruckend. Zuerst dachten wir die Portion sei für 1 Person, aber es gab noch weitere 3 Portionen. Danach gings l0s Richtung Rumänien. Wir waren schon sehr gespannt auf Rumänien. Deshalb kam Ungarn auch zu kurz, weil wir möglichst viel von Rumänien sehen wollten. Kaum über der Grenze, wenn man dies noch so sagen kann, denn Grenzposten gab es eigentlich keine mehr in der Europäischen Union. Also kaum über der Grenze, wollten wir etwas einkaufen. Als unsere Motorräder parkiert waren, kam sofort ein junger Mann auf uns zu. Was wir kaufen möchten in dem Laden. Wir hatten kein gutes Gefühl. Also teilten wir uns auf. Jemand musste bei den Motorrädern warten und die zwei anderen gingen in den Laden. Zum Schluss wollte der junge Mann etwas Geld von uns. Er sprach auch gut Englisch. Also gaben wir ihm etwas für seine «Dienstleistung» und fuhren weiter. Unsere Befürchtungen waren unbegründet. Nur man weiss ja nie. Als wir weiter fuhren kamen wir auf eine Strasse, wenn man dazu noch Strasse sagen kann. Es war ein Belag, der nur aus Löchern bestand. Wir dachten uns schon, so kommen wir nie an unserem Tagesziel in Timisoara an. Löcher, Löcher und nochmals Löcher. Langsam fahren war angesagt, den die hatten teilweise einen Durchmesser von 50cm. Mit der Zeit hatte ich es raus, mit ein bisschen schneller und vorausschauend fahren. Immer schön am Ball bleiben. Aber dann kam plötzlich ein Riesenloch. Zum Abbremsen zu spät und so dachte ich mir einfach noch, Lenker festhalten und durch. Ging alles gut, Glück gehabt. Aber wir fragten uns schon, ob alle Strassen so seien. Wir dachten uns, alle Strassen seien in solch einem miserablen Zustand. Dazu kamen dann noch die Hunde in den Dörfern. Nur nicht anhalten, mit den Stiefeln die Kerle vom Motorrad fernhalten und schauen, dass sie nicht ins Vorderrad springen. Eine echte Herausforderung. Das war wirklich nicht lustig. Es gab auch enorm viele Hunde und wir sahen auch welche Tod im Strassengraben liegen. Das Hotel in Timisoara hatten wir etwas ausserhalb gebucht. Deshalb nahmen wir dann ein Taxi in die Stadt zurück. Timisoara hat uns sehr gut gefallen und die Leute waren sehr freundlich.
5. Tag Freitag, 29.07.2016
Die nächste Unterkunft war für zwei Nächte gebucht, da wir uns ein bisschen erholen wollten. Von Timisoara ging es weiter westlich zu einem kleinen Ort names Paclisa. Wir fuhren durch einen Nationalpark, wo wir auch einen Halt einlegten, um zu essen. Uns beeindruckte die Natur, aber auch die Einfachheit, wie die Leute leben. Auf dem einen Bild sieht man die Stromversorgung. Wir haben fast keine Freileitungen mehr bei uns zu Hause. Auf dieser Reise wurde uns immer wieder bewusst, in was für einem Luxus wir leben.
In der Vila Ivan wurden wir herzlich begrüsst. Die Tochter war wegen unserer Buchung extra von Deutschland nach Hause gereist, weil sie Englisch sprach. Ihr Vater war der Besitzer dieses Hauses und ein ehemaliger Polizist. Er hatte selbst am Haus Hand angelegt und vieles gebaut. Die Vila war sehr komfortabel und mit Stolz zeigte er uns seinen grossen Garten. Wir durften bei Ihnen mitessen. Es war Gastfreundschaft pur.
6. Tag Samstag, 30.07.2016
Wir hatten unsere Reise nicht vollständig geplant. Vielleicht auch deshalb hatten wir grosses Glück. Unsere Gastgeber erklärten uns, dass es eine wichtige Ausgrabung nicht weit von der Vila gibt. Am nächsten Tag, obwohl wir eigentlich ausruhen wollten, stiegen wir ohne Gepäck auf unsere Motorräder und erkundeten die Gegend. Diesmal waren nur mein Mann und ich unterwegs und so waren die Motorräder viel handlicher. So fuhren wir zu der Ausgrabung Sarmitzgetusa Recia. Wir mussten ein Stück zu Fuss gehen, aber es hatte sich gelohnt. Seht selbst im Beitrag.
7. Tag Sonntag, 31.07.2016
Am nächsten Tag ging die Reise weiter nach Hermannstadt.
Ich erinnere mich, dass es ein anstrengender Tag war mit Schotterpisten als Passüberquerung. Meine Tochter schlief manchmal auf dem Rücksitz ein und ich musste sie aufwecken, wenn wir wieder einmal einen Pass in Angriff nahmen.
Wie immer fuhren wir die meiste Zeit und haben deshalb sehr wenige Fotos gemacht.
Am Abend nahmen wir im Hotel das Essen ein und waren die einzigen Gäste im Saal. War irgendwie seltsam, aber das Essen sehr gut.
Daraufhin wollten wir noch etwas von der Stadt sehen und natürlich war es spät geworden, deshalb Sibiu by night im Beitrag.
Unser Highlight der Reise war am nächsten Tag vorgesehen, die Transfagaras.
8. Tag Montag, 1.08.2016
Am nächsten Tag ging es Richtung Bran, das war dann der östlichste Punkt unserer Reise. Die Fahrt nach Bran war wunderschön, aber auch sehr anstrengend. Wir waren so gespannt auf die Transfagaras, dass wir fast ein bisschen enttäuscht waren. In der Schweiz kennen wir auch sehr schöne Pässe. Wie ihr auf der Karte im Beitrag erkennen könnt, war dies eine unglaublich lange Etappe. Leider fanden wir die Unterkunft nicht auf Anhieb. Elmi fuhr wie immer voraus und die Strasse zur Unterkunft wurde zum Weg und wie ich es nennen würde zum Bachbett. Das sind dann die Momente, wenn Du mit dem Motorrad anhälst, es zurück rutscht. Nicht sehr angenehm. Uns kam genau in diesem Moment ein Wagen mit Ross entgegen. Dieser konnte nicht zurück und ich auch nicht. Er winkte mir zu. Komm, komm. Ich bat meine Tochter abzusteigen und zu Fuss hoch zu gehen. Damit ich das Motorrad besser unter Kontrolle habe. Dann habe ich es versucht. Es ging Gott sei Dank alles gut, aber auf beiden Seiten mit den Koffern hatte ich vielleicht noch 10cm. Das arme Ross, ich hoffe, es hatte keine Angst. Oben stieg meine Tochter wieder auf und wir suchten Elmi, der bereits das Weite gesucht hatte. Bei einem Bauernhof fanden wir ihn. Ich war ziemlich gestresst in diesem Moment und sagte, ich müsse mich ein paar Minuten erholen. Er fuhr wieder los, die Unterkunft zu suchen. Nach ein paar Minuten sagte ich zu Elena, okey, wir suchen weiter und wie es der Zufall so will, fanden wir die Unterkunft. Nur war das mit dem Handy noch nicht so in, vor einem Jahrzehnt. Also warteten wir vor der Unterkunft. Nach längerer Zeit traf Elmi ein. Leider waren sie gestürzt. Der Weg war so trocken gewesen, dass das Vorderrad weggerutscht war und beide unter dem Motorrad gefangen. Aber es gab Leute in der Nähe, die ihnen halfen das Motorrad wieder aufzustellen. Nur leider hatten sich beide ein wenig weh getan und so kam der 1. Hilfe Kasten zum Einsatz. Aber viel war weder ihnen, noch dem Motorrad geschehen. Gott sei Dank. So Episoden bleiben einem immer in Erinnerung. Elmi war wütend, weil ich beim Bauernhof nicht gewartet hatte. Manchmal kann er sehr ungeduldig sein. Wir blieben 2 Nächte im Casa Centiu, weil wir das «Draculaschloss» in Bran ansehen wollten. Leider gab es keine Möglichkeit uns zu verpflegen, also gingen wir am Abend ein Restaurant suchen. Der Besitzer hatte lange in Italien gearbeitet und sprach deshalb gut italienisch. Irgendwie schafft man es immer sich zu verständigen.
9. Tag Dienstag, 2.08.2016
Wir besuchten das Schloss Bran, dass 1377 errichtet wurde.
Ein kurzer Überblick:
1211–1226: An der Stelle befand sich vermutlich eine frühere Holzfestung, die von den Deutschen Orden errichtet wurde.
1377: Der ungarische König Ludwig I. von Ungarn erteilte den Bürgern von Kronstadt das Recht, eine steinerne Burg zu bauen.
Um 1388: Die steinerne Burg war weitgehend fertiggestellt und diente der Verteidigung sowie der Kontrolle einer wichtigen Handelsroute durch die Karpaten.
1920: Nach der Vereinigung Siebenbürgens mit Rumänien wurde Schloss Bran der Marie von Rumänien geschenkt, die es zu einer königlichen Residenz umbauen ließ.
Obwohl Schloss Bran weltweit oft als „Draculas Schloss“ vermarktet wird, gibt es keine gesicherten Belege dafür, dass Vlad III. Drăculea (der historische „Dracula“) dort dauerhaft lebte. Die Verbindung beruht vor allem auf späteren Legenden und dem Tourismus.
Trotzdem wollten wir das Schloss sehen und wir wurden nicht enttäuscht.
Anschliessend gingen wir noch etwas essen und als wir da so sassen, was sahen wir?
Ein Schweizer Postauto, dass als Linienbus dient.
Es ist schon vieles auf die Touristen ausgelegt in Bran und hier im Schloss trafen wir auch ganz verschiedene Nationen. Im Gegensatz zur Motorradreise, wo wir praktisch nie jemanden ausser Rumänen trafen.
10. Tag Mittwoch, 3.08.2016
Wir hatten insgesamt nur 14 Tage zur Verfügung und deshalb gings nun wieder Richtung nach Hause.
Unser nächster Halt war in Alba Iulia vorgesehen.
Auf dem Weg dahin hielten wir an, weil uns dad Muzeul La Cetate auffiel. Die Anlag besteht aus:
- einer mittelalterlichen evangelischen Kirchenburg der Siebenbürger Sachsen
- einer Wehrmauer mit Torturm
- dem Heimat- und Geschichtsmuseum „Muzeul la Cetate“, das die Geschichte des Ortes und der Kirchenburg zeigt.
Die Kirchenburg stammt überwiegend aus dem 13.–15. Jahrhundert und gehörte zu den zahlreichen befestigten Kirchen, die die sächsischen Dörfer in Siebenbürgen gegen Überfälle schützten.
Nebst dem Museum durften wir bis zum Glockenturm hochsteigen, was aber Mut erforderte. Niemals dürfte man bei uns über wacklige Bretter und so eine Leiter hochsteigen. Die Aussicht für Elmi und mich war unbeschreiblich. Seht selbst im Beitrag nach.
In Alba Iuliu bezogen wir unser Hotel und anschliessend gings direkt in die Stadt.
Das Denkmal erinnert an die drei Anführer des Bauernaufstands in Siebenbürgen von 1784:
Der Aufstand richtete sich gegen die feudale Unterdrückung der rumänischen Bauern im damaligen Habsburgerreich. Obwohl der Aufstand niedergeschlagen wurde und die drei Anführer 1785 hingerichtet wurden, gelten sie heute in Rumänien als nationale Freiheitshelden. Die Zitadelle von Alba Iulia war auch sehr eindrücklich.
11. Tag Donnerstag, 4.08.2016
Von Alba Iulia ging die Reise weiter. Wir passierten die Grenze Richtung Serbien.
Zum ersten Mal mussten wir wirklich einen Grenzposten passieren, denn wir verliessen die EU. Eine Kommunikation war nur per Handzeichen möglich. Wir mussten unsere Helme abziehen, damit sie unsere Gesichter sahen. Ausserdem wussten wir nicht, ob wir per Schritttempo durchfahren durften. Elmi wurde dann aber schnell zurück gepfiffen bzw. gestoppt.
An diesem Tag spulten wir viele Kilometer ab, deshalb gab es keine Zeit für Fotos.
Die nächste Buchung hatten wir in Zrenanin vorgenommen.
Wir sprachen mit unserer Empfangsdame, eine Studentin, auf Englisch. Wir fragten so einiges über Serbien.
Das Wasser aus der Röhre war braun und wir wagten zuerst nicht uns zu duschen. Wie verwöhnt wir doch sind in der Schweiz.
Es gab einen Innenhof mit einem Bachlauf, wo wir auch gleich ein Selfie schossen.
Am Abend gingen wir noch Pizza essen und die waren riesig und eine Pizza hätte für 2 Personen mehr als gereicht. Ich weiss nicht, ob man auf dem Foto sieht, wie gross die Pizza ist. Ausserdem mussten wir bei Marija in der Schweiz nachfragen, was kein Fleisch auf serbisch heisst, da unsere Tochter Vegetarierin ist.
12. Tag Freitag, 5.08.2016
In Zrenanin hatte man nur für uns ein reichhaltiges Frühstück organisiert, dass wir im Innenhof einnehmen durften.
Nach dem leckeren Frühstück ging die Fahrt weiter durch Serbien Richtung Westen bis nach Kroatien.
Wir fuhren nach der Grenze zwischen Serbien und Kroatien der Donau entlang und passierten Vukovar. Der Krieg, den wir nur aus den Nachrichten kannten, bekam ein Gesicht. Wir hatten damals den Krieg aus den Medien mitverfolgt. Der Krieg hinterlässt bis heute Spuren in der Landschaft, aber was viel schlimmer ist, in den Menschen, die diese Kriege überlebten.
Die Strecke durch den Wald und hinunter nach Pakrac ist mir in bester Erinnerung geblieben. Es war eine wunderschöne Strecke mit dem Motorrad.
Im Hotel fiel am Abend der Strom aus und wir konnten nur kalt essen. Dafür gab man uns ein Dessert. Überhaupt hatte man das Gefühl in dem grossen Hotel die einzigen Gäste zu sein.
13. Tag Samstag, 6.08.2016
Zwischen dem Hotel in Kroatien und dem Hotel in Slowenien lagen einige Kilometer, die wir auch relativ zügig hinter uns liessen.
Slowenien erinnerte mich sehr an die Schweiz.
Das von uns gebuchte Hotel in Sencur, Slowenien war eine ehemalige Kolchose.
Eine Kolchose war in der Sowjetunion eine Form der Landwirtschaft, bei der Bauernbetriebe zu einer großen Genossenschaft zusammengelegt wurden. Formal waren die Mitglieder Miteigentümer der Produktionsmittel, wie etwa Maschinen und Vieh. Allerdings gehörte das Land, das die Kolchose bewirtschaftete, dem Staat. Die Kolchose war somit ein Instrument zur Verstaatlichung der Landwirtschaft und zur Kontrolle der Bauern.
Der Begriff leitet sich als Kofferwort aus der russischen Bezeichnung für kollektives Wirtschaften ab und beschreibt eine Organisationsform, in der die Erträge nach geleisteter Arbeit unter den Genossenschaftsmitgliedern verteilt wurden. Über diese kollektive Struktur hinaus unterlagen die Betriebe zentralen staatlichen Planvorgaben, die maßgeblich über die Anbaupläne sowie die Ablieferungspflichten der produzierten Agrargüter entschieden. Die Tätigkeit in diesen Einheiten war für die Landbevölkerung zudem oft mit einer festen Bindung an den Wohnort verbunden, da sie einen wesentlichen Bestandteil des sowjetischen Gesellschaftssystems bildete.
14. Tag Sonntag, 7.08.2016
Nach dem Frühstück in Sencur ging es wieder zuück auf die Strasse Richtung Italien. Eigentlich wollten wir früher einen Zwischenstopp machen, aber die Hotels waren ausgebucht. Deshalb gab es auch an diesem Tag eine längere Fahrt.
Vor der Grenze zu Italien überholte uns eine grössere Gruppe von Italienern. Ich versuchte Ihnen zu folgen, denn es war eine wirklich schöne Strecke zwischen Slowenien und Italien.
Als wir durch die Alpen fuhren, gab es so unheimlich viel Verkehr und nichts als Kolonnen. Deshalb kamen wir sehr spät im Hotel an. Wir assen noch zu Abend, nervten uns, weil das Hotel für das WLAN separat noch 5 Euro pro Person wollte. Dafür gingen wir dann noch kurz ins hoteleigene Schwimmbad.
Für Fotos hat es an diesem Tag nicht mehr gereicht.
Am nächsten Tag ging es dann nach Hause und wieder über das Münstertal, den Ofenpass und den Fluela. Glücklich und dankbar kamen wir wieder zu Hause an, denn wir hatten unterwegs auch Unfälle gesehen, auch mit Motorrädern.