Ruta de la Plata, 5. Tag

Mittwoch, 6.9.23

An diesem Tag fand ich keine Zeit um zu schreiben. Erst einen Tag später konnte ich meine Gedanken zusammenfassen. Der Tag begann gut und die Bar war am frühen Morgen bereits mit Gästen gefüllt, die Kaffee tranken, oder wie wir etwas zum Frühstück assen. Den ganzen Tag fuhren wir hinauf und hinunter. Natürlich war uns bewusst, dass wir zirka 65km zu fahren hatten. Die Region und das Wetter war so unterschiedlich am gleichen Tag.

In einem typisch spanischen Gemischtwarenladen kauften wir Chorizo, Äpfel, Käse und etwas zu Trinken und wie immer gab es am Mittag ein Picknick. Die Pfirsiche, die wir hier kauften, waren sehr gross und sehr süss, solche können wir bei uns zu Hause nicht kaufen. Die Weinbauern waren bei der Ernte und immer wieder riefen sie uns «buen camino» zu. Leider konnten wir nicht verweilen, denn es stand uns doch ein gutes Stück Weg bevor. Das Mittagessen nahmen wir bei einem Bahnübergang ein, weil wir sonst keinen Schatten fanden. Bis Kilometer 40 ging es gut voran, aber dann begannen doch die Schmerzen im Knie, rechte Hand und vor allem mein Hinterteil tat weh. Deshalb sagte ich zu Elmar, dass ich nun eine kurze Pause und einen Kaffee benötige. Wir suchten und fanden eine Bar. Als wir wieder aufbrechen wollten, sprachen uns drei Männer an. Was wir hier machen würden und wohin unser Weg ginge, von wo wir kämen usw. Als wir erklärten, dass wir die Via de la Plata per E-Bike fuhren, da für mich das Gehen keine Option mehr sei. Fanden sie dies interessant und sagten uns, dass wir uns setzen sollen. So erfuhren wir einige Dinge von Ihnen und zuguterletzt teilten sie ihr bereits bestelltes Essen mit uns. Sie sagten auch, hier wird alles geteilt, ausser die Frau! Und so mussten wir von allem probieren und es war sehr gut. Es gab eine Vorspeise, die torta de queso genannt wird, ein runder Schafskäse der aussen die Rinde noch dran hat und innen flüssig ist. Dazu gibt es kleine Brotstücke, die man darin taucht. Sehr köstlich. Auch die anchovis, das cordon blu und ihre 3 Desserts wurden uns angeboten. Es war eine köstliche kulinarische Entdeckung der Region Extramadura. Zuerst bestellten sie uns ein Bier, dann wurde über den Wein respektive die Schaumweine sogenannte Cavas aus der Region diskutiert und wir mussten auch diesen probieren. Nur einer der Männer, David, fand den französischen Champagner besser und so wurde zu guter letzt noch ein Moet Chandon bestellt. Man sprach mit Händen und Füssen, spanisch, französisch und so vergingen 3 Stunden ohne dass wir dies wirklich bemerkt hätten. David bezahlte alles und ursprünglich war nicht nur sein Name «schweizerisch». Uns blieben nach der aussergewöhnlichen Begegnung noch 16.5km Weg und die Erinnerung an drei Stunden Diskussion sowie die Annäherung an die Küche der Region. Nette Begegnung. Formidabel, ausser eben die letzten Kilometer. Zuerst noch in der Hitze des späten Nachmittags erklommen wir eine kleine Anhöhe, wo es oben angekommen einen kühlen Wind gab. Aber wo man hinauffährt, muss man irgendwann auch wieder hinunter. Ja und so kam es, dass wir später als erwartet und müde nach zirka 70km in der Unterkunft ankamen. Unser Ritual mit Kleider waschen begann, um anschliessend noch ein paar Längen im Schwimmbad des Hotels zu ziehen. Das Wasser war unglaublich kalt im Verhältnis zur Luft. Zu Abend assen wir auf der Terrasse des Hotels, aber 2 mal Patatas und 2 mal Revueltas war dann doch zu viel. Der Kellner hatte nachgefragt. Das nächste Mal sollte ich auf den Kellner hören! Die Bike’s konnten wir in einem Saal des Hotels aufladen.

 

Tourenverlauf Monesterio nach Villafanca de los Barros

 

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